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|  Ihr erster Satz entscheidet  |

Meine Empfehlungen
1.  Beispiel
Sehr geehrter Herr Koch,
als 38-jähriger Geschäftsführer verfüge ich über eine internationale Erfahrung in ...
2.  Beispiel
Sehr geehrte Frau Forster,
eine Stelle beim Branchenführer und dazu noch in den USA ...
3.  Beispiel
Sehr geehrter Herr Gärtner,
als 26-jähriger Diplomkaufmann mit verhandlungssicheren Englischkenntnissen ...
4.  Beispiel
Sehr geehrter Herr Müller,
meine langjährige Aufgabe als Leiter eines Servicecenters gefällt mir zwar sehr,
bietet mir aber nicht die Aufstiegsmöglichkeit, die Sie in Ihrer Stellenanzeige anbieten.

Wenig zweckmäßige Formulierungen
1.  Beispiel
Mit Interesse habe ich Ihr Stellenangebot vom xxx gelesen. Hiermit bewerbe ich mich hierauf.
Mein Kommentar
Beide Aussagen sind überflüssig, da sie keinerlei relevanten Informationsgehalt besitzen.
2.  Beispiel
Hiermit möchte ich mich als xxx in Ihrem Hause bewerben.
Mein Kommentar
Nur geeignet bei einer Initiativbewerbung, da bei einer Initiativbewerbung
auf keine Stelle Bezug genommen werden kann.
3.  Beispiel
Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Anzeige vom xxx in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Mein Kommentar
Dies gehört in den Betreff und nicht in den Text.
Beispiel: FAZ vom 20. Januar 2007 „Fertigungsleiter"
4.  Beispiel
Die ausgeschriebene Stelle interessiert mich sehr, deshalb bewerbe ich mich hierauf.
Mein Kommentar
Hätte er sich auch beworben, wenn ihn die Stelle nicht interessiert hätte?
5.  Beispiel
Sie suchen einen xxx. Da ich die notwendigen Kenntnisse mitbringe, bewerbe ich mich hiermit.
Mein Kommentar
Schön, dass er die geforderten Kenntnisse mitbringt, dann muss sich der Personalmanager
diese Erkenntnisse nicht selbst mühevoll erarbeiten. Selbstbewertungen sind überflüssig.
6.  Beispiel
In Ihrer Anzeige vom xxx suchen Sie (Berufsbezeichnung) mit (Abschluss) und (Qualifikationen).
Mein Kommentar
Die „Stellenbezeichnung" gehört in den Betreff und nicht in den Textbereich.
Im Textbereich die geforderten Qualifikationen zu wiederholen ist überflüssig.
Das kostet zudem wertvollen Platz und wirkt darüber hinaus wenig intelligent.
Beispiel: FAZ vom 22.12.06 - Leiter Fertigungstechnologie
7.  Beispiel
Sie beschreiben eine berufliche Aufgabe, die mich besonders interessiert.
Mein Kommentar
Toll, diese Aussage, ich hätte ansonsten vermutet, dass er sich nur aus
Langeweile bewirbt, oder weil er gerade „bewerben" üben möchte.
8.  Beispiel
Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen und möchte mich Ihnen als
(Berufsbezeichnung) vorstellen.
Mein Kommentar
Hätte er die Anzeige nicht gelesen, hätte er sich nicht beworben - also überflüssig.
Dass er sich „vorstellt" klingt ungeheuer altmodisch. Wahrscheinlich ist der
Karriereberater, der dies empfiehlt, schon selbst geistig ziemlich angejahrt.
Mein Verbesserungsvorschlag
Als 29-jähriger Dr.-Ing. der Fertigungstechnologie verfüge ich über ....
9.  Beispiel
Ich bewerbe mich auf das von Ihnen ausgeschriebene Stellenangebot des (Berufsbezeichnung).
Mein Kommentar
Der „profilierte" Ratgeber, der sein Wissen in einer führenden Wochenzeitung von sich gibt,
kennt den Unterschied zwischen „Berufsbezeichnung" und „Stellenbezeichnung" nicht.
Wirkliche Profis wären wahrscheinlich ohne den Hinweis „ich bewerbe mich",
nie auf die Idee gekommen, dass sich da einer tatsächlich bewirbt.
10.  Beispiel
Ich bin auf das von Ihnen ausgeschriebene Stellenangebot aufmerksam geworden.
Mein Kommentar
Eine sehr bedeutsame Erkenntnis, denn wäre er nicht „aufmerksam geworden",
hätte er sich wahrscheinlich auch nicht beworben. Das wäre doch schade - oder?
11.  Beispiel
Die Stelle, die Sie ausgeschrieben haben, reizt mich ungemein. Ich denke, dass Sie von
meinen Kenntnissen profitieren können.
Mein Kommentar
Leere Floskeln, ohne jegliche Aussagekraft zu seinen Fähigkeiten und Kompetenzen.
12.  Beispiel
In der Süddeutschen Zeitung vom 8. November 2003 bin ich auf Ihre Stellenanzeige gestoßen.
Ich kann mir vorstellen, dass die Arbeit bei Ihnen anspruchsvoll ist und zugleich Spaß macht.
Daher bewerbe ich mich als Allround-Bürokraft in Ihrer Kanzlei.
Mein Kommentar
Hoffentlich blieb die Dame unverletzt, da sie ja doch auf die Stellenanzeige „gestoßen" ist.
Was sie sich vorstellen kann, ist ja ganz nett, aber ohne eigentliche Relevanz.
Würde sie nicht vermerken, dass sie sich bewirbt, wäre keiner darauf gekommen.
13.  Beispiel
Herzlichen Dank für die telefonisch zusätzlich gegebenen Informationen zu der
Position Sachgebietsleiter Debitoren. Für die von Ihnen ausgeschriebene Stelle bringe
ich langjährige Erfahrungen aus der Debitorenbuchhaltung mit.
Mein Kommentar
In Ratgebern wird gelegentlich signalisiert, dass ein Bewerber einen „Bonus" erhält,
wenn er vorab anruft. Stellen Sie sich einen Personalmanager vor, der viele Bewerbungen
bekommt - und jeder ruft vorher an. Der wird dieses ganz sicher nicht auch noch honorieren.
Denn im Grunde sagt ihm jeder Anrufer, dass seine Anzeige nicht aussagefähig genug war,
oder, für den Bewerber noch negativer, dass dieser nicht in der Lage ist, seine Qualifikation
selbstständig zu den Anforderungen in der Stellenanzeige abzugleichen.
14.  Beispiel
Ich bin gelernte Einzelhandelskauffrau mit Weiterbildungszertifikaten im IT-Bereich und möchte
meine Kenntnisse und mein Arbeitsengagement gerne in Ihre Firma einbringen,
da mir diese für gute Dienstleistungen und anerkannte Qualität ein Begriff ist.
Mein Kommentar
Ein solcher Schachtelsatz zieht einem die Plomben aus den Zähnen.
Zudem ein umständlicher, altmodischer Stil.
15.  Beispiel
Suchen Sie einen Art Director?
Von mir können Sie starke Ideen, gestalterischen Mut und crossmediales Denken erwarten.
Was ich tue, tue ich mit Leidenschaft und immer mit dem Ziel für meinen Kunden
die Marktführerschaft zu erreichen. Ich bin fit in den Themen Automotive und Healthcare
und bereit, auch andere Productrange anzugehen. Meine Spezialität sind einheitliche
Markenerlebnisse von der klassischen Kommunikation bis zur interaktiven Ansprache.
Das Wissen, was auf welchem Kanal möglich ist, bringe ich mit.
Ein Karriereberater beurteilt: Der Kandidat tritt frisch und selbstbewusst auf.
Bewerbungen in der Werbebranche sollten sich im Ton durchaus von Bewerbungen
in anderen Bereichen unterscheiden. Schließlich will der Bewerber selbst im kreativen
Bereich tätig sein und gibt sich als Werbespezialist aus und da wäre er nicht überzeugend,
wenn er bei seinem Anschreiben mit der Werbung in eigener Sache scheitern würde.
Ob der Stil ankommt, unterliegt der subjektiven Meinung des Lesers.
Mein Kommentar
Das sind doch lauter unbewiesene und inhaltlich substanzfreie Behauptungen.
Hier hätte er einmal besser aufgezeigt, welche gestalterischen Ideen er umgesetzt hat.
Erfolgreich von ihm „veredelte" Produkte, Werbefeldzüge mit Blockbuster-Qualitäten,
die hätte er aufzählen können, anstatt nur hohle Phrasen zu dreschen.
16.  Beispiel
Strukturiert und konsequent handelnder, durchsetzungsstarker Geschäftsführer,
mit nachweisbaren Erfolgen nicht zuletzt vor dem Hintergrund seiner juristischen Ausbildung
als Generalist in der Verbandsarbeit für die Bereiche Recht, Services, Interessenvertretung
und Öffentlichkeitsarbeit erzielt insbesondere durch analytisch, konzeptionelle und
zielgerichtete Arbeitsweise sowie Mitarbeitermotivation.
Mein Kommentar
Was soll der ganze „Stuss"?
Welche Erfolgs- und Leistungsinhalte werden übermittelt?
Mein Verbesserungsvorschlag
Nach meinem zweiten juristischen Staatsexamen startete ich 1985 als Assistent
des Hauptgeschäftsführers eines großen Industrieverbandes. Bereits nach drei
Jahren wurde mir der Geschäftsbereich Recht, Öffentlichkeitsarbeit und Interessen-
vertretung übertragen. 1989 wurde ich als Geschäftsführer für diesen Bereich bestellt.
Etc. - Inhalte, nicht Sprüche sind gefragt.
17.  Beispiel
In der Vermarktung meines Leistungs- und Erfahrungsspektrums,
das auf 23-jähriger Geschäftsführungs- und 62-jähriger Lebens-Erfahrung beruht,
wende ich mich als analytisch-konzeptioneller und entscheidungsbewusster
Geschäftsführer an Sie.
Mein Kommentar
Ein Geschäftsführer sollte sein Leistungs- und Erfahrungsspektrum nicht „vermarkten".
Mit so einer Formulierung stellt er sich und indirekt andere Menschen auf die
Ebene eines „Produktes" und das spricht nicht gerade für ihn.
Eine 23-jährige Erfahrung als Geschäftsführer lässt auf ein „hohes" Lebensalter schließen.
Es ist deshalb unnötig und eher negativ nochmals auf die 62 Lebensjahre hinzuweisen.
Von einem Geschäftsführer wird eine analytisch-konzeptionelle Arbeitsweise erwartet.
Eine solche Aussage ist somit eine „Leerformel", die eher nicht für ihn spricht.
Was ein „entscheidungsbewusster Geschäftsführer" ist, ist mir ziemlich unklar.
Vielleicht will er damit zum Ausdruck bringen, dass er schnelle Entscheidungen trifft.
Letztendlich also ebenfalls eine wenig aussagefähige Darstellung zu seiner Person.
Mein Verbesserungsvorschlag
Seit 25 Jahren bin ich als Geschäftsführer in den Branchen Dachfenster,
Beschlagsysteme, Küchen, Papiererzeugung sowie Möbel erfolgreich tätig.
In jedem Unternehmen konnte ich nachweislich den Umsatz erheblich durch
die Erschließung neuer Märkte und die Optimierung der Marktbearbeitung
erheblich steigern und die bestehenden Kostenstrukturen nachhaltig reduzieren.
18.  Beispiel
da ich mein Maschinenbaustudium (Fachrichtung Produktion) mit Abgabe meiner
Diplomarbeit im September erfolgreich beenden werde, bin ich auf der Suche nach
einem Unternehmen für den Berufseinstieg ab Oktober 2007. Die xxx GmbH,
als Konzerntochter der XXX AG, sehe ich durch Ihre herausragende Stellung
als optimale Wahl hierfür.
Mein Kommentar
Die Formulierung ist umständlich und damit nicht sehr überzeugend und gewinnend.
Mein Verbesserungsvorschlag
mein Maschinenbaustudium in der Fachrichtung Produktion schließe ich erfolgreich
im September ab. Die Stahlindustrie habe ich in Ferientätigkeiten, Praktika und anlässlich
meiner Diplomarbeit bereits kennen gelernt und für mich als sehr interessant empfunden.
Ich möchte meinen beruflichen Werdegang gerne in einem mittelständischen
Unternehmen mit dem Background eines bedeutenden Konzerns beginnen.
19.  Generelle Anmerkung
Prüfen Sie besonders die „Eröffnungssätze" auf ihren Informationsgehalt.
Wer hier „schwafelt" outet sich selbst als „Schwätzer".
Schachtelsätze vermitteln Umständlichkeit und wirken langatmig.
Der „erste Satz" entspricht dem „ersten Eindruck", den der Leser von
Ihnen gewinnt. Ist dieser Eindruck schlecht, haben Sie bereits viel verspielt.
Der erste Satz ist zudem „kurz" damit er gelesen und verstanden wird.
Er beinhaltet das, was Sie für die Firma wertvoll macht und mit dem
Sie gegenüber anderen Bewerben „punkten" können.
Fragen Sie sich stets, was möchte der Leser denn wirklich wissen und
was interessiert ihn vermutlich nicht oder nur sehr wenig.
Ein gutes Anschreiben wirkt gewinnend, ist aussagefähig und kurz !

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