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|  Checkliste Strategien gegen Mobbing  |

1.  Der Mob
Mobbing leitet sich von dem englischen Wort „to mob", über jemanden herfallen, ab.
Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz benutzte es ursprünglich für aggressives Tierverhalten.
Entsprechend einschlägigen Untersuchungen sind 44% der Arbeitnehmer Täter.
Angeblich mobben auch 37% der Führungskräfte und 9% mobben selbst ihre Chefs.
2.  Was ist kein Mobbing?
Mobbing wurde zum Modewort - jeder normale Konflikt wird heute schon so gesehen.
Gerade Führungskräfte sollten sich davor hüten, sich als Mobbingopfer zu definieren,
um damit Misserfolge zu rechtfertigen oder Kritik an sich selbst zu unterbinden.
Jeder sollte sich immer fragen, was ist mein eigener Anteil an der Konfliktsituation.
3.  Gründe für Mobbing
Man möchte einen ungeliebten Kollegen loswerden.
Man möchte jemanden in seinen Entscheidungen beeinflussen.
Man möchte einen Kollegen beunruhigen.
Man ist schlecht drauf und lebt seinen Frust an anderen aus.
4.  Wie verhalten Sie sich als Chef?
Mobbing von Mitarbeitern ist nur bei einem dies duldenden Chefverhalten möglich.
Vorgesetzte müssen schwelende Konflikte aktiv ansprechen und in der Gruppe klären.
Vor allem dann, wenn Mitarbeiter aus einer Arbeitsgruppe einzeln kommen um sich
über andere in deren Abwesenheit zu beschweren.
5.  Wo beginnt Mobbing?
Jeder Mensch lügt, wer behauptet nicht zu lügen, lügt trotzdem.
Ohne dass wir lügen, würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren.
Lügen wirken wie die Bandscheiben zwischen den Wirbelknochen.
Sie verhindern, dass sich schmerzhaft Knochen auf Knochen reiben.
Die Lüge ist das eine, Mobbing das andere und das beginnt da,
wo böswillig und unberechtigt der Ruf eines anderen Menschen angegriffen wird.
Mobbing ist Gewalt, die die Seele verletzt, selbst wenn körperliche Gewalt fehlt.
6.  Wer beteiligt sich an Mobbing?
Wer selbst einen festen Stand in sich und bei anderen hat, kann sich heraushalten.
Wer in der Gruppe einen unsicheren Stand hat und selbst unsicher ist, wohl nicht.
Sich an Mobbing nicht zu beteiligen erfordert einen besonders festen Charakter.
Den besitzen nur ganz wenige Menschen und deshalb ist Mobbing ein Gesellschaftspiel.
7.  Wie funktioniert Mobbing?
Mobbing beginnt dort, wo sich Menschen zum Tratsch und Klatsch finden.
Und was dort getratscht und verleumdet wird, nehmen wir unbewusst auf.
Wenn viele etwas sagen, dann muss ja wohl etwas daran sein.
Jeder bestätigt die „Vermutungen" der anderen, bis aus den Vermutungen
„Wahrheiten" werden. Und die Wahrheit darf man ja wohl sagen und weitersagen.
Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten, sagt das 8. Gebot.
8.  Mobbing zur Durchsetzung eigener Ziele
Mobbing kann sich entwickeln, man tratscht ein bisschen, verreisst sich
ein klein wenig das Maul und plötzlich stehen „Behauptungen" im Raum.
Gemoppt wird aber auch aus „eiskalter" Berechnung. Durch üble Nachrede,
ein beliebtes Mittel in der Politik, um einen Konkurrenten auszuschalten.
Seilschaften mobben gerne, um einen der ihren zu unterstützen und zu fördern.
Mobbt ein Chef einen Mitarbeiter, freuen sich die anderen Mitarbeiter,
da er keine Zeit dafür hat, sie zu triezen und vielleicht wird ja ein „Stuhl" frei.
9.  Wie beeinflusst Mobbing an sich neutrale Menschen?
Es bleibt immer etwas hängen. Vor allem wenn Aussagen von „Autoritäten" kommen.
Das macht Mobbing auch so übel, da hierdurch andere mit beeinflusst werden,
bis sie zum Schluss selbst glauben, dass der Betreffende gar nicht gemobbt wird,
sondern eine gerechte, ihm zustehende Behandlung bekommt.
10.  Wie wirkt Mobbing?
Mobbing-Opfer vereinsamen, sie meiden alle sie belasteten sozialen Kontakte.
Sie registrieren den Tratsch selbst dann, wenn sie gar nicht selbst gemeint sind.
Sie richten sich als Mobbing-Opfer ein und finden keinen Ausweg mehr aus dieser Rolle.
11.  Mobbing macht krank
50 Milliarden kostet Mobbing nach einer Schätzung des Deutschen Ärzteblattes.
Ich halte diese Schätzung für viel zu niedrig, da sie nicht die Zeitaufwände
derjenigen beeinhaltet, die andere gezielt mobben. Das kostet ebenso Arbeitszeit.
12.  Wehrt den Anfängen
Mobbing zu verhindern ist eine Chefaufgabe, die nicht vernachlässigt werden darf.
Der Chef muss rechtzeitig kanalisieren und aufzeigen, bis hierher und nicht weiter.
Unruhestifter, die immer zündeln, müssen zur Vernunft gebracht werden.
Mobbing entsteht besonders bei Verunsicherung und zunehmendem Leistungsdruck.
Mobbing liegt vor, wenn Mitarbeitern Informationen vorenthalten werden
oder wenn ihr Ruf systematisch zerstört wird.
Wenn sie zu Besprechungen zu spät oder gar nicht eingeladen werden,
ihnen Aufgaben entzogen werden oder ihnen zu viel aufgebürdet wird,
sie aus der internen Kommunikation ausgeschlossen werden.
Mobbingopfer haben oft ohnehin Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein.
Wer Mobbing als Vorgesetzter nicht unterbindet, unterstützt das Wachsen einer Kultur,
die letztlich das gesamte betriebliche Arbeitsklima zerstören kann.
13.  So wehren Sie sich als Mobbingopfer
Suchen Sie sich einen objektiven Verbündeten, mit dem Sie Ihre Schritte absprechen.
Gehen Sie auf die Sie mobbenden Mitarbeitern in Einzelgesprächen zu.
Führen Sie ein Mobbingtagebuch, in dem Sie alle Attacken festhalten.
Schalten Sie Ihren Vorgesetzten frühzeitig ein, wenn dieser hieran unbeteiligt ist.
Ferner bleibt Ihnen der Betriebsrat, der höhere Vorgesetzte sowie das Personalwesen.
Und ziehen Sie auch das neue Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zu Rate.
14.  Mobbing an Schulen
An Schulen hat sich Mobbing exorbitant entwickelt. Schuld sind auch die Handys.
Mobbingattacken mit körperlicher Gewalt werden gefilmt und weitergegeben.
Aber auch die Lehrer werden von Schülern selbst auf das Übelste gemobbt.
Heute geschieht das noch vorwiegend an den Brennpunkten in Großstädten.
Es kann aber leicht erkannt werden, dass sich dieser Flächenbrand ausbreiten wird.
15.  Mobbing dank political correctness
Die politische Korrektheit zwingt Aufrechte dazu, die Wahrheit zu verschweigen.
Und sie gibt den verhuschten Gutmenschen die Chance, die zu moppen,
die die Wahrheit aussprechen. Wenn ein Asylbewerber eine einheimische
Taxifahrerin mit zwei Kindern ermordet, lesen und hören wir in sämtlichen Medien,
dass der Täter ein „Göppinger" war. Wenn ein „Rußlanddeutscher" einen „Deutschen"
krankenhausreif schlägt, dann war der Täter wiederum ein „deutscher Göppinger".
Wenn ein drogensüchtiger Deutscher seinen asylsuchenden Drogendealer vermöbelt,
weil der ihn betrogen hat, dann geht der deutsche Fremdenhass durch die Weltpresse.
Wenn Angehörige nicht deutscher ethnischer Minoritäten in der Presse stets positiv,
Männer insgesamt und zunehmend als unbedarfte Dumpfbacken und Frauen
als großartige Menschen, die bestimmen wo es langgeht, dargestellt werden,
dann ist auch das Diskriminierung derjenigen, die zu Deppen degradiert werden.
Anstatt über diese und weitere, noch gravierendere Mißstände offen zu sprechen,
üben wir uns in einer fehlinterpretierten, zutiefst feigen „political correctness".
Die „anstoßfreien" Reden unserer Politiker bieten hierbei das traurigste Bild.
16.  Höchstrichterliche Rechtsprechung
Das Bundesarbeitsgericht charakterisiert Mobbing als „systematisches Anfeinden,
Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte".

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