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|  Checkliste Die Duz-Fraktion  |

1.  Förmlich ist Standard
Zumindest dann, wenn man sich nicht im Kreise von Arbeitern oder Gewerkschaftern bewegt. Mehrere Jahrzehnte habe ich als Manager und Personalberater erfolgreich gearbeitet und es war in diesen vielen Berufsjahren niemals erforderlich, sich mit anderen zu duzen.
2.  Zusammenarbeit erfordert kein Duzen
Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, ob mit Vorgesetzten, Kollegen oder Mitarbeitern, erfordert ganz sicher nicht, dass man sich gegenseitig „vertrauensbildend" duzt. Bekommen sich zwei in „die Wolle" wird dieses meist wesentlich heftiger, wenn die beiden sich duzen - und sich damit auch mehr sagen dürfen, als gut ist.
3.  Duzen verhindert Ihren Aufstieg
Mitarbeiter rücken oft nicht nach, da sie sich mit ihren Kollegen duzen. Man traut ihnen schon deshalb nicht zu, dass sie sich als Vorgesetzter gegenüber den Ex-Kollegen im Unternehmensinteresse durchsetzen können. Ebenso bieten vor allem junge, sich noch nicht in ihrer Rolle sichere Vorgesetzte ihren Mitarbeitern das „Du" an. Für sie ist dies der Versuch, sich Freunde zu machen und sich somit in der Gruppe ihrer Mitarbeiter als ihresgleichen zu integrieren. Ein Versuch, der so ganz sicher nicht gelingt und deshalb kaum empfehlenswert ist.
4.  Betriebsfeiern
In feuchtfröhlichen Betriebsfeiern kommt man in Situationen, wo einem weinselig das „Du" angeboten wird. In diesem Falle dürfen Sie annehmen. Am nächsten Arbeitstag sollten Sie aber zum distanzierten „Sie" zurückkehren. Duzt der andere Sie weiter, sollten Sie ihn darauf hinweisen, dass Betriebsfeste eine Ausnahmesituation darstellen und „Dienst" eben „Dienst" sei und das „Sie" erfordere.
5.  Das Angebot Ihres Vorgesetzten
Bietet Ihnen Ihr Vorgesetzter das „Du" an, will eine Ablehnung reiflich überlegt sein. Eine Ablehnung könnte diesen so verärgern, dass er Sie nunmehr schneidet. Besser ist es, wenn Sie ihm vorschlagen, dass Sie sich dann duzen könnten, wenn keine Dritte anwesend sind, denn ansonsten könnte vermutet werden, dass ihr Chef Sie bevorzugt und das würde Ihr Verhältnis zu anderen belasten.
6.  Werden Sie ungewollt geduzt Duzt
Sie jemand ungewollt, sollten Sie diesen konsequent mit „Sie" ansprechen. Sie können dieses steigern, indem Sie ihn zusätzlich formell mit Namen ansprechen. Irgendwann merkt der vermutlich, dass Sie auf sein „Du" keinen Wert legen. Wenn nicht, müssen Sie ihn offen darauf ansprechen, dass Sie das nicht wünschen.
7.  Außenseiter
In manchen Kreisen machen Sie sich zum Außenseiter, wenn Sie das „Du" ablehnen. Dies gilt natürlich auch für manche Unternehmen, speziell im Kreativbereich. Oft gibt es auch den goldenen Mittelweg mit „Sie" und „Vornamen".
8.  Wer bietet das Du an
Im Unternehmen kann dies nur durch den Ranghöheren erfolgen. Privat bietet der Ältere dem Jüngeren das Du an.

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