head.gif
see also

|  Checkliste Stress und Burnout  |

1.  Was ist Stress?
Das Wort Stress kommt aus dem Englischen und bedeutet: Druck, Belastung, Spannung.
Beim Begriff Stress unterscheidet man die auslösende Situation als Stressor
sowie den hieraus basierenden Zustand als Stress - Stressoren lösen somit Stress aus.
Der Begriff wurde von dem Neurowissenschaftler Walter Cannon erstmalig verwendet.
Cannon untersuchte die Auswirkungen verletzungsbedingter Schockzustände auf
das vegetative Nervensystem im Sinne von Kampf- oder Fluchtreaktionen.
2.  Hormone des Nebennierenmarks
Bei einer Kampf- oder Fluchtreaktion schüttet das Nebennierenmark die Hormone
Adrenalin und Noradrenalin sowie die Nebennierenrinde Cortisol aus.
Cortisol erhöht den Blutzuckerspiegel und Adrenalin und Noradrenalin Puls und Blutdruck.
3.  Welche Funktion hat Stress?
Bei dem Angriff eines Raubtieres benötigen Beutetiere absolute Höchstleistung.
Um diese Höchstleistung zu erzielen, muss alle verfügbare Energie mobilisiert werden.
Nur die Beutetiere überlebten, die sich in solchen Extremsituationen behaupten konnten.
Diese Aussage gilt identisch für die Raubtiere, die die Beute zum Überleben benötigten.
Diese natürliche Auslese ergab eine optimale Anpassung im Sinne erfolgreicher Evolution,
denn nur das Tier mit der besten Anpassung von Herz- und Kreislaufssystem überlebte.
4.  Kognitive Leistungsfähigkeit
Durch Stress wird die kognitive Leistungsfähigkeit erhöht -
manche Führungskräfte setzen sich bewusst unter Stress, um diesen Effekt zu erzielen,
bei dem ja auch das Gehirn optimal mit Zucker versorgt wird.
5.  Negative Folgen
Die Ausschüttung von Stresshormonen kennt keine Obergrenze,
so dass es im Extremfall stressbedingt sogar zu einem Herzinfarkt kommen kann.
Werden Blutzucker und Stresshormone durch eine erhöhte Aktivität nicht abgebaut,
kann dies zu erhöhten Blutzuckerwerten führen, das Immunsystem wird beeinträchtigt
und Herz und Kreislauf werden dauerhaft überlastet, wobei Magen und Darm durch
ständige Unterversorgung mit Sodbrennen bis hin zu Magengeschwüren reagieren.
Menschen, die dauernd unter Stress stehen, drohen Schlafstörungen sowie Depressionen.
Langfristiger Stress schädigt die Muskeln, erhöht den Blutdruck und führt zu einem
Absterben von Nervenzellen durch aggressive Stoffwechselprodukte,
mit der Folge, dass der Körper schneller altert und eventuell sogar Krebs ausgelöst wird.
Ebenso kann eine chronische Müdigkeit durch lang anhaltenden Stress ausgelöst werden.
6.  Eu- und Dysstress
Der schnelle Kick durch Eu-Stress in wenigen Situationen kann uns auf Trab bringen.
Permanenter Stress wird sich jedoch immer negativ auf Geist und Körper auswirken.
7.  Stress entsteht im Kopf
Lediglich hochentwickelte Lebewesen wie Primaten können durch Stress erkranken.
Sie können sich durch soziale Faktoren über lange Zeiträume unter Stress gesetzt fühlen.
Jeder empfindet den Grad der Belastung durch bestimmte Situationen unterschiedlich.
Unbekannte Situationen stressen mehr als vertraute - am besten ist es, wenn man
sich erst gar nicht überfordert und sich gut vorbereitet in belastende Situationen begibt.
Stress findet im Kopf statt - und was in unserem Gehirn passiert, können wir steuern.
Jeder kann sich selbst unter Stress setzen, indem er sich eine belastende Situation
wieder in sein Gedächtnis ruft und diese in der Rückwirkung nochmals durchlebt.
Ebenso können wir uns stressen, wenn wir uns vorstellen, dass ein Vorhaben schief
gehen könnte und wir uns dann auch noch unser Versagen in allen Einzelheiten
ausmalen und möglichst hierbei noch die nachfolgenden Konsequenzen beleuchten.
8.  Emotionales Gedächtnis
Vorwiegend wird Stress im Bereich der beruflichen Überlastung gesehen.
Diese Ansicht ist jedoch sehr viel zu kurz gefasst.
Für die psychische Gesundheit eines Menschen ist es überaus wichtig,
dass er sich selbst für die Gemeinschaft als wertvoll und wichtig einschätzt.
Verliert er den Respekt und sein Ansehen, erlebt er sich selbst als bedeutungslos
und reagiert hierauf ebenfalls mit Stress, da sein physisches Selbst gefährdet ist.
Der Gehirnforscher Damasio hat bereits 1984 nachgewiesen, dass selbst im Gehirn
Ungeborener ein emotionales Gedächtnis existiert, welches Erfahrungen sammelt.
9.  Work-Life-Balance
Bei dauerhaftem Stress funktioniert der Ausgleich zwischen Job und Freizeit nicht mehr.
Wer Arbeit mit nach Hause nimmt beweist meist lediglich, dass er unorganisiert arbeitet.
Dauerhaft überlastete Menschen gehen Konflikten häufig aggressiv aus dem Weg.
Kritisieren Außenstehende falsches Verhalten, wird die Kritik meist nicht angenommen.
10.  Wie erkennen Sie Stress
Nicht nur Manager steuern auf ihren Burnout zu. Dieses Schicksal kann ebenso
„normale" Menschen treffen, insbesondere die, die in sozialen Berufen tätig sind.
Der Körper dessen der „auszubrennen" droht sendet lange Zeit viele Warnsignale.
Es können sich plötzlich Konzentrationsstörungen bemerkbar machen, Denkblockaden
oder Vergesslichkeiten nehmen zu und der Betroffene ist rastlos, unruhig und nervös.
Es ist für ihn kein Schlaf mehr möglich, da er an Einschlaf- und Durchschlafstörungen
leidet und deshalb meist morgens nicht erholt sondern wie „gerädert" aufwacht.
Viele reagieren mit Antriebsmangel, sie fühlen sich gelähmt, unlustig und kapseln sich ab.
Andere reagieren sofort gereizt, reagieren über, sind unausgeglichen und schnell verstimmt.
Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung, Unfähigkeit, sich zu freuen und das Gefühl
von Hilflosigkeit bestimmen den von Mühsal und Arbeitsunlust geprägten Tagesablauf.
Angstgefühle, das Gefühl nicht mehr abschalten zu können, Grübeleien und quälende
Sorgen belasten zunehmend das funktionale Zusammenleben mit anderen Menschen.
Suchtmittel werden vermehrt benötigt. Dies können Zigaretten, Alkohol oder auch
Schmerzmittel oder Beruhigungstabletten bis hin zu harten Betäubungsmitteln sein.
Körperliche Symptome äußern sich in Schwindelanfällen, Ohrensausen, Schleier vor den
Augen oder Kopfschmerzen und Muskelzittern, inklusive sexuelle Funktionsstörungen.
11.  Aktiv entspannen
Eine aktive Entspannung erreichen Sie, indem Sie doppelt so lange ausatmen,
wie einatmen, dies erhöht auch die Hirnaktivität und verbessert die Laune erheblich.
Wenn Sie über die notwendige Zeit verfügen, bieten sich auch Yoga-Techniken an.
Durch Entspannungsübungen werden Blutzucker und Stresshormone abgebaut.
Den gleichen Effekt erzielen Sie natürlich auch durch Ausdauersport.
12.  Stressabbau durch Bewegung und soziale Kontakte
Wir bewegen uns meist zu wenig, um hierüber Stress und Unruhe abzubauen.
Deponieren Sie später benötigte Arbeitsunterlagen nicht auf Ihrem Schreibtisch.
Schonen Sie den Aufzug, indem Sie häufiger die Treppen zu Fuß gehen
und verschaffen Sie sich ab und zu ein positives Erlebnis durch soziale Kontakte.
13.  Burnout
13.1  Nur wer brennt, kann ausbrennen
Vom Chronic Fatique Syndrom (CFS) sind vor allem Selbstständige und Führungskräfte
sowie überdurchschnittlich engagierte, motivierte Menschen in sozialen Berufen betroffen.
13.2  Symptome
Jeder Burnout beginnt schleichend, dem ständigen Leistungsdruck folgt bleierne Müdigkeit.
Aufgrund der nicht mehr weichenden Müdigkeit stellen sich meist Versagensängste ein.
In der Endphase folgt der geistigen Erschöpfung häufig ein körperlicher Zusammenbruch.
13.3  Balance
Vielen der hochmotivierten Leistungsträger entgleitet zunehmend die innere Balance.
Sie finden keinen Ausgleich mehr zwischen Hochleistung sowie Ruhe und Entspannung.
Der Beruf wird zum Selbstzweck, für das Private bleibt vermeintlich keine Zeit mehr.
Der Körper wird durch mangelnden Schlaf und fehlenden Ausgleichssport vernachlässigt.
13.4  Wie reagieren Sie als Vorgesetzter
Als Vorgesetzter sollten Sie darauf achten, dass Ihre besten Mitarbeiter nicht ausbrennen.
Sie sollten weder den Motor Ihres Wagens fahrlässig ruinieren noch Ihre Leistungsträger.
Ihren Mitarbeitern ist meist bereits geholfen, wenn sie registrieren, dass ihr Chef ihre
Problemsituation wahrnimmt und bestrebt ist, diese nicht als Dauerzustand zu etablieren.
Dies gilt ebenso für die Wochenendarbeit, wie für den 12 und mehr Stundentag.
Fallen die Leistungsträger aus, bedeutet das für ein Unternehmen das Gleiche,
als wenn der Motor Ihres Wagens ausfällt - nichts funktioniert mehr.
13.5  Sie sind burnout gefährdet,
wenn Sie sich zunehmend fragen, ob Sie Ihre Arbeit noch im Griff haben,
wenn es Ihnen zunehmend schwerer fällt, auf neue Ideen einzugehen,
wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie selbst keine Störungen mehr zulassen,
wenn Sie keine Freude mehr an Ihrer Arbeit haben,
wenn Sie selbst merken, dass Ihre Leistungsfähigkeit nachlässt,
wenn Sie sich immer häufiger in depressiven Phasen befinden,
wenn Sie einen Heißhunger auf Süßigkeiten entwickeln,
wenn Sie nicht mehr durchschlafen können,
wenn Sie morgens zerschlagen aufwachen,
wenn Sie abends Ihre innere Unruhe nur noch mit Alkohol betäuben können,
wenn Sie sich ständig leer und ausgelaugt fühlen und Ihnen alles zu viel wird,
wenn Sie Aufputschmittel benötigen, um zum alten Schwung zu finden,
wenn Sie immer häufiger unter Rückenbeschwerden leiden,
wenn Sie immer weniger Wert auf Ihr Äußeres und Ihre Umgangsformen legen,
wenn Sie Ihre Familie und Ihre Hobbys vernachlässigen.

Druckversion im -Format


go to top
Zum Seitenanfang
zurück  |  Inhalt  |  weiter
| K | A | R | R | I | E | R | E | handbuch