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|  Checkliste Senior Professionals  |

1.  Statistik
Die geburtenstarken Jahrgänge von 1950 bis 1955 nähern sich dem Alter,
wo sie nach gängiger Praxis meist abgebaut werden.
Noch stellen die 35 bis 49-jährigen die größte Gruppe der Bevölkerung im Erwerbsleben,
doch es folgen ihnen die geburtenschwachen Jahrgänge, so dass schon in 15 Jahren
die 50 bis 64-jährigen mit 39 Prozent die größte Gruppe der Erwerbsfähigen darstellen.
2.  Erwerbstätigkeitsquote älterer Arbeitnehmer
In Deutschland arbeiten nur noch knapp 37% der 55 bis 64-jährigen Arbeitnehmer.
Nur wer über ein gesuchtes Expertenwissen verfügt, hat überhaupt noch eine Chance.
3.  Demografische Lücke
Bereits im Jahre 2015 wird der Anteil der über 50-jährigen von heute 23% auf
33% gestiegen sein, doch die Unternehmen ignorieren dieses heute noch weitgehend.
Im Jahre 2006 haben wir beispielsweise noch etwa 400.000 Vierzigjährige,
aber nur noch 200.000 Zwanzigjährige. Dies wird längerfristig zum „war of talents" führen.
4.  Ältere aus der Sicht der Personalverantwortlichen
Die Personalmanager betonen überwiegend, dass Ältere qualitätsbewusster,
zuverlässiger und disziplinierter arbeiten - insgesamt also ihre Arbeitsmoral besser sei.
Die Kreativität, Lernfähigkeit und Belastbarkeit wird bei Älteren negativer beurteilt.
5.  Ältere Führungskräfte
Ältere Führungskräfte kleben an ihrem Sessel und möchten diesen keinesfalls vererben -
sie behalten bewusst das Herrschaftswissen für sich, um die jüngere Konkurrenz
nicht auch noch zusätzlich mit ihrem Erfahrungswissen zu stärken.
Kontakte nützen sie häufig nur, wenn sie ihnen selbst nutzen -
den Jüngeren lassen sie aber den Vortritt, bei von ihnen längst erkannten Projektfallen.
6.  Einstellung älterer Mitarbeiter und Führungskräfte
80% der über 50jährigen würde einen Wohnortwechsel in Kauf nehmen.
Ebenso sind sie bereit, auch längere Arbeitszeiten zu akzeptieren
oder eine neue Sprache zu lernen - und dies gilt natürlich auch für Fachwissen.
Ebenso wenig haben sie Probleme damit, unter einem jüngeren Vorgesetzten zu arbeiten.
7.  Leistungsfähigkeit aus medizinischer Sicht
Ausschlaggebend sind körperliche und geistig-seelische Fähigkeiten.
Die Leistungsfähigkeit des Herzens und des Kreislaufs, sind nicht an
ein chronologisches Alter gebunden - und unter Gleichaltrigen sehr verschieden.
Wer seine grauen Zellen nicht frühverrentet, bleibt geistig fit.
80jährige können mit einigen Monaten Training noch 100 km weit laufen.
50-jährige laufen bei konstantem Training Marathons unwesentlich langsamer als jüngere.
Altersforscher haben längst bewiesen, dass die Denkleistungen sich zwar verschieben,
aber bis in das höchste Alter, bei entsprechender Nutzung, kaum abnehmen.
8.  Intellektuelle Befähigungen
Mit fortschreitendem Alter lässt die Flexibilität nach und dies gilt auch für die Intelligenz,
dies allerdings nur, insoweit es den Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben betrifft.
Das Erfahrungswissen älterer bleibt erhalten - es wird auch als „kristalline" Intelligenz
bezeichnet - im Gegensatz zu der „fluiden" Intelligenz, die die Flexibilität meint.
Ältere verfügen über mehr Allgemeinwissen und höhere soziale Kompetenzen.
Sie eignen sich deshalb besser wie jüngere Menschen für Kundenkontakte.
Auch ältere Menschen können bei entsprechender Aktivität neue Gehirnregionen aktivieren.
9.  Weiterbildung
Was ihre Weiterentwicklung betrifft, nehmen ältere Führungskräfte eine Sonderrolle ein.
Das Unternehmen darf nicht mehr fragen, welche Fachkenntnisse zu vermitteln sind
und die Führungskraft darf nicht zugeben, dass überhaupt ein Bedarf besteht.
Das Ergebnis hieraus ist, dass ältere Führungskräfte nicht mehr gefördert werden.
Diese Haltung müssen die Unternehmen ändern und die älteren Mitarbeiter müssen
gleichzeitig die Anstrengen im Bereich der eigenen Entwicklung wesentlich verbessern.
Über 45-jährige nehmen kaum noch an Maßnahmen zur Weiterbildung teil.
Allerdings befassen auch die Jungen unter 30 Jahren nicht intensiv mit dem Fortschritt,
nur jeder dritte in dieser Altersgruppe bildet sich entsprechend weiter.
Hier haben die Personalchefs noch mächtig viel zu tun, denn in wenigen Jahren werden
ihnen, sowohl im Spezialisten- als auch im Führungsbereich, die Kandidaten ausgehen.
Bereits 2010 wird sich der Fachkräftemangel spürbar bemerkbar machen.
Leider werden hiervon jedoch nur diejenigen profitieren, die nach 1970 geboren wurden.

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