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|  Checkliste Professionelles Bewerbungsfoto  |

1.  Was wird erwartet?
Deutsche Unternehmen erwarten - von wenigen Ausnahmen abgesehen - ein Lichtbild.
Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz könnte sich das mittelfristig ändern,
da Benachteiligungen von Menschen wegen ihrer Rasse u.a.m. verhindert werden sollen.
In den USA wird überwiegend kein Foto verlangt, um niemanden zu diskriminieren.
In Deutschland gibt es erst wenige Unternehmen, die Fotos ausdrücklich nicht verlangen.
2.  Welchen Eindruck wollen Sie vermitteln?
Wenn Sie sich diese Frage vorab stellen, erhalten Sie alle erforderlichen Antworten,
die Sie benötigen, um Ihr Foto so gestalten zu lassen, dass Sie optimal „wirken".
Ein Mädchen, das sich als Auszubildende bewirbt, benötigt eine andere Art von Foto,
als eine junge Dame, die nach ihrem Studium ihre erste Stelle in einer Bank anstrebt.
3.  Die Qualität Ihres Fotos
Die von Ihnen gewählte Qualität entspricht dem Wert, den Sie sich selbst zubilligen.
Ein „billiges" Automatenfoto ist zwar schnell erstellt, es „verkauft" Sie aber auch billig.
Ein zu „aufwändiges" und somit meist teures Foto kann sich ebenso negativ auswirken,
da es Rückschlüsse in der Form auslösen kann, „der nimmt sich aber viel zu wichtig".
Ihr Bewerbungsfoto sollte „qualitativ" der Position entsprechen, die Sie anstreben.
Und es sollte auch dem Unternehmen entsprechen, an das Sie es schicken werden.
4.  Das Format Ihres Bewerbungsfotos
Es gibt keine verbindliche Vorgabe für das zu wählende Format für Bewerbungsfotos.
Ein zu „kleines" Bild kann ebenso negative Assoziationen auslösen wie ein zu „großes".
Meine Empfehlung lautet deshalb: Wählen Sie ein Format, das zu der Position passt.
Kleben oder scannen Sie das Foto im Lebenslauf ein, sollte es dem Standard entsprechen.
Kleben Sie Ihr Foto auf ein zusätzliches Deckblatt, darf es durchaus etwas größer sein.
Es sollte auf jeden Fall einiges größer als ein Passfoto sein - Standard ist ca. 4 x 6 cm.
Am besten geeignet sind Porträtfotos, die den Kopf plus Hals und die Brust zeigen.
5.  Wer erstellt Ihr Foto?
Letztendlich hängt auch das von der angestrebten Position ab, für die Sie sich bewerben.
Ein Top-Manager kann sich ein „teures" Foto leisten und das wird auch von ihm erwartet.
Bei einem Absolventen sieht das natürlich anders aus, da er ja noch kein Geld verdient.
Ich kann aus meiner Praxis als langjähriger Personalmanager und Personalberater sagen,
daß ich keinen Fall kenne, wo ein fachlich passender Bewerber aufgrund seines Fotos
eine Absage erhalten hat, wenn erkennbar ist, dass er sich hiermit zumindest Mühe gab.
Bei der Inanspruchnahme eines Fotografen sollten Sie sich Referenzfotos zeigen lassen.
6.  Der Wohlfühlfaktor
Bestimmte Dinge gelingen Ihnen nur, wenn Sie hierzu in der richtigen „Laune" sind.
Ein „tolles" Foto setzt voraus, dass Sie sich rundum gut fühlen und „gut drauf sind".
Ein sorgenvolles Gemüt schlägt sich stets auch in dem vermittelten Ausdruck nieder.
Lassen Sie sich niemals fotografieren, wenn Sie akut unter erheblichem Stress stehen.
Ein zu enger „Kragen" kann Ihre Stimmung so verschlechtern, dass man dies sieht.
Auch ein Ihnen unsympathischer Fotograf kann sich auf den erzielten Eindruck auswirken.
Dieses gilt ebenso für den gewählten Aufnahmeort, wenn Sie sich an ihm nicht wohlfühlen.
7.  Der Hintergrund
Eine farbenfrohe Tapete passt sicher nicht optimal zu einem seriösen Bewerbungsfoto.
Der Hintergrund sollte zudem stets so beschaffen sein, dass er dem Begriff entspricht.
Sie sind darzustellen und dieses gelingt nur, wenn der Hintergrund Sie nicht erschlägt.
Bei der Auswahl des Fotos sollten Sie auf den Kontrast und Lichtspiegelungen achten.
Fotos, die Sie im Urlaub zeigen, sind negativ zu bewerten. Auch wenn Sie hiermit Fitness
durch Sportarten wie Freeclimbing oder Fallschirmspringen dokumentieren wollen.
8.  Der Kleidungsstil
Der Kleidungsstil eines Unternehmens ergibt sich meistens schon aus der Branche.
Sie sollten sich so kleiden, als ob Sie dieses Unternehmen vor Externen repräsentieren.
Signalisieren Sie mit Ihrem Bewerbungsfoto die von Ihnen angestrebte Wunschtätigkeit.
Eine Führungskraft ist anspruchsvoller gekleidet, als ein Sachbearbeiter in der Buchhaltung.
Die Krawatte sollte richtig sitzen und auch der oberste Hemdenknopf geschlossen sein.
Wählen Sie eine Kleiderfarbe, die gut zu Ihrem Typ passt, in der Sie vorteilhaft aussehen.
Vermeiden Sie zu farbenfrohe Kleidung, wenn Sie weder Modedesigner noch Künstler sind.
9.  Was Damen darüber hinaus beachten sollten
Bewerben Sie sich als Dame für eine Führungsposition, sind übermäßig geschminkte
sowie voll betonte Lippen nachteilig, da diese zu sehr feminine Attribute hervorheben.
Dies gilt auch für sehr lange, wallende Haare, die Sie deshalb besser „bändigen".
Bei zu „fraulichen" Bewerberinnen für Führungspositionen könnte vermutet werden,
dass sie wahrscheinlich über zu wenig Dynamik und Durchsetzungsfähigkeit verfügen.
„Frau" sollte stets so wirken, dass sie dem Bild eines erfolgreichen Managers entspricht.
10.  Unterstützende Hilfsmittel
Fernsehmoderatoren lassen sich vor ihrem Auftritt grundsätzlich schminken und pudern.
Eine „ungepuderte" Nase kann auf einem Foto „glänzen" und somit den Eindruck trüben.
Hautunreinheiten wie Pickel, kann man auf Digitalfotos auch nachträglich korrigieren.
Auch Augenränder bereiten dank Photoshop und Co. keine unlösbaren Schwierigkeiten.
11.  Ihre Wirkung
Ihr Bewerbungsfoto sollte durchaus etwas von Ihrer Persönlichkeit erkennen lassen.
Es sollte darüber hinaus authentisch wirken und Ihre spezielle Ausstrahlung vermitteln.
Bei Führungskräften wirkt das Bewerbungsfoto kraftvoll, dynamisch, durchsetzungsstark.
Letztlich sollte es besonders auf die Erwartungen des Unternehmens ausgerichtet sein.
Also vertrauenserweckend und höchstens in Unternehmen im Kreativbereich lockerer.
Achten Sie darauf, dass Ihr Foto - bei aller gebotenen Seriosität - gewinnend wirkt.
Ein grimmiger Gesichtsausdruck wirkt ebenso abschreckend wie ein unsicherer Blick.
Besonders Ihr „Blickkontakt" vermittelt geschulten Beobachtern vieles zu Ihrer Person.
Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Brille „fettfrei" ist und auf dem Foto nicht „spiegelt".
Beurteiler achten zudem auch auf die Stimmigkeit des vermittelten Gesamteindrucks.
12.  Ihre fotogene Seite
Besonders Frauen achten darauf, dass Fotos die schönere Seite ihres Gesichtes zeigen.
Bei einem Foto ist aber weniger die „schönere Seite" wichtig, sondern die Ausstrahlung.
Mit hochwertigen Digitalkameras sind unproblematisch, kostenlose Fotoreihen möglich.
Aus der Vielzahl der gewonnenen Bilder können Sie dann das ausdruckstärkste auswählen.
Bei teuren Fotografenfotos bemühen wir uns gerne um einen seriösen Gesichtsausdruck.
Dies hat meistens zur Folge, dass Sie angespannt und nicht genügend gewinnend wirken.
Digitale Fotos können Sie zudem seitenverkehrt spiegeln und auf diese Weise prüfen,
ob eines der ausgewählten Bewerbungsfotos Sie hierdurch besser zur Geltung bringt.
13.  Farbfoto oder Schwarz-weiß?
Was wollen Sie mit Ihrem Foto erreichen? Doch stets einen überzeugenden „Eindruck".
Also ergibt sich die Wahl, ob Farbe oder nicht, ausschließlich aus dieser Anforderung.
Das „jugendliche Milchgesicht" wirkt eventuell mit einem Schwarz-weiß-Foto seriöser.
Der „ältere Herr" vermittelt mit einem Farbfoto mehr Dynamik und Jugendlichkeit.
Wählen Sie das Foto auch nach Ihrer Neigung, denn Fotos vermitteln Authentizität.
14.  Ganzkörperfotos
Für einen Vertriebsvorstand suchte ich als junger Personalmanager eine Sekretärin.
Einige der Damen bewarben sich mit wunderschönen Ganzkörperfotos und etliche
hiervon mit Fotos, die mehr zur Geltung brachten, als für die Position erforderlich war.
Am Schluss stellten wir eine Dame ein, die in ihrem Outfit eher bescheiden wirkte,
aber fachlich allen geforderten Anforderungen in allerbester Weise gerecht wurde.
Ganzkörperfotos sind - ausgenommen für Models in der Modebranche - ungeeignet.
15.  Eingeklebte Fotos
Sie sollten Ihr Foto, gleichgültig ob im Lebenslauf oder Deckblatt, fest einkleben.
Am besten eignen sich hierfür Klebestreifen. Flüssige Klebstoffe erzeugen Wellen.
Nicht geeignet sind Büroklammern, wobei es hierbei besonders lächerlich wirkt,
wenn auf der Rückseite des Fotos der Name des Bewerbers sorgsam vermerkt ist.
Auch geheftete Fotos vermitteln den Eindruck, dass es sich jemand bequem machte.
Wie sorgfältig Sie arbeiten und handeln, kann deshalb auch hierin erkannt werden.
Wenn Sie Ihr Foto im Lebenslauf rechts oben einkleben, sollen Sie darauf achten,
dass Sie auf dem Foto in das Blatt hineinsehen und nicht aus diesem herausschauen.
16.  Eingescannte Fotos
Unternehmen sparen und loben ein solches Verhalten als nachahmenswert.
Scannen Bewerber ihr Foto ein, ersparen sie sich ebenfalls erhebliche Ausgaben.
Ein eingescanntes Foto sollte jedoch auch im Ausdruck von guter Qualität sein.
Wenn erforderlich, können Sie über das eingescannte Foto das Original kleben.
Für eine Top-Position eignet sich überwiegend ein Schwarz-weiß-Foto am besten.
Denken Sie immer daran, Ihr Foto sagt oft mehr als tausend Worte über Sie aus.
17.  Vermeidbare Fallstricke
Verwenden Sie niemals ein Foto, dem Sie vom Alter her nicht mehr entsprechen.
Ebenso ungeeignet sind künstlerisch gestaltete Teilansichten Ihres Gesichtes.
Nachbearbeitungen optimieren Fotos. Wird das erkannt, kann dies nachteilig sein.
18.  Die von Ihnen vermittelte Attraktivität
Untersuchungen belegen, dass eine hohe Attraktivität eher zu einer Einladung führt.
Eine höhere Einstellungswahrscheinlichkeit konnte jedoch nicht belegt werden.
Wer nur schön, aber unfähig ist, bleibt draußen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
19.  Warum Sie sich nur mit Foto bewerben sollten
Die Chancen desjenigen, der sich ohne Foto bewirbt, dürften in der Mehrheit
der Unternehmen schlechter sein. Und dies wird sich kurzfristig auch nicht ändern.
Ich rate deshalb jedem Bewerber, sich grundsätzlich mit Foto zu bewerben. Warum?
Werden Sie eingeladen und aufgrund Ihres persönlichen Eindrucks dann abgelehnt,
hätten Sie sich Aufwände erspart, wenn Ihr Foto bereits die Absage ausgelöst hätte.
Was nicht von Vorteil ist, kann sich nachteilig auswirken. „Kein Foto" zählt hierzu.
Kein Unternehmen schickt Bewerbungen wegen beigefügter Fotos zurück !
20.  Und die Moral von der Geschichte
In der Direktsuche liegt fast nie ein Foto vor. Personalberater kommen auch so zurecht.
Bewerben sich nur wenige für die Stelle geeignete Kandidaten, ist das Foto höchst unwichtig.
Bewerben sich viele vergleichbar Qualifizierte, kann das Foto „ausschlaggebend" sein.
Es ist wie immer im Leben: Das dringend benötigte Unikat verkauft sich fast mühelos !

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