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|  Eliten  |

1.  Masse oder Elite?
Elite oder Masse, jeder benötigt eine Gruppe, zu der er sich zugehörig fühlt.
Wer zu einer Gruppe gehört, möchte zudem als Individuum gesehen werden.
Er möchte zwar dazugehören, sich aber andererseits von den anderen abgrenzen.
Auch Eliten bestehen aus intelligenten und auch weniger intelligenten Individuen.
In die Elite sollte man hineingeboren sein, sonst bleibt man leider meist außen vor.
2.  Sind wir alle die Elite?
Anführer oder Gruppenmitglied? Ohne die Gruppe gibt es keinen, der sie anführt.
Gruppen sind weder homogen noch stabil. Konkurrenten verändern Bestehendes.
Allerdings sichern sich diejenigen umfassend ab, die zur bestehenden Elite gehören.
Theoretisch kann ja jeder zur Elite aufschließen. Praktisch gelingt das jedoch selten.
3.  Nur wer schneller läuft überlebt
Wenn die Dämmerung hereinbricht beginnt in der Savanne der Überlebenskampf.
Unachtsame oder zu langsame Antilopen beenden ihr Dasein in Mägen von Löwen.
Zu behäbige Löwen verhungern, wenn sie von ihrer Gruppe nicht miternährt werden.
So manch einer, der glaubt zur Elite zu gehören, verhält sich wie ein behäbiger Löwe,
er läßt sich von denjenigen durchfüttern, die er gerne als Minderleister abwertet.
4.  Elite durch Abstammung oder individuelle Leistungsfähigkeit?
Hohe Geburt und mäßige Bildung. Wer es nicht muß, strengt sich nur ungern an.
Die Massen benötigen Eliten als eine Art Grundreflex, behauptet Gustave Le Bon.
Die Massen, das entspricht den Herden, die sich ohne guten Hirten nicht zurechtfinden.
Nur, entspricht der edle Sprößling mit mäßigem Verstande und noch mäßigerer
Bildung dem Idealbild eines weit vorausschauenden, umsichtigen Hirten?
5.  Intelligente oder lediglich Aktive?
Kinder der Eliten, die das öffentliche Gymnasien oder eine staatliche Universität,
nicht problemlos bewältigen, wechseln zu sogenannten „elitären“, privaten Trägern.
Private Hochschulen für Eliten, das bedeutet nur, dass diese exorbitant teuer sind.
Reichen dort erzielte Mathe- oder Physiknoten nicht, wird halt die „Aktivität“ benotet.
6.  Die herrschende Klasse
Ohne Nicht-Elite keine Elite. Die Eliten monopolisieren die Macht in der Politik,
der Wirtschaft und last not least teilweise auch noch im sogenannten Hochadel.
Monopole geniessen den besondern Schutz des Staates, denn wie schon erwähnt,
die jeweils Mächtigen machen die Gesetze, die die jeweils Herrschenden schützen.
In der Politik besetzen sie mächtige Stellungen, die sie über Seilschaften erreichten.
Diese Seilschaften wiederum bestehen meist seit vielen Jahren, sie werden vererbt.
Die Kinder führender Politiker gleiten in diesen Seilschaften abgesichert nach oben.
7.  Beziehungen ebnen Wege
Mit Eigeninitiative und Können kommen die Nachwuchsmanager in die Top-Etage.
So steht es jedenfalls öfters in führenden Zeitungen. Und genau so stimmt es nicht.
Natürlich kommen von Zeit zu Zeit einige wenige mit Glück auch in Top-Positionen,
obwohl sie nicht aus den richtigen Kreisen stammen. Aber das sind die Ausnahmen.
8.  Gut oder reich?
Wirtschaftseliten zeichnen sich ja nicht zuletzt dadurch aus, dass sie klein sind.
Masse kann niemals Elite bedeuten. Der Begriff der Elite erfordert Seltenheit.
Auch reiche und mächtige Eltern bekommen kluge Kinder mit Aufstiegspotenzial.
Allerdings starten auch diese nicht vergleichbar in ihrer Berufslaufbahn, da ihnen
Beziehungen der Eltern die richtigen Wege mit einer besonderen Förderung öffnen.
Durchsetzen kann sich zudem immer nur derjenige, der finanziell abgesichert ist.
Wirtschaftlich nicht abgesicherte Aufsteiger können sich somit wenig Risiken leisten.
9.  Studiengebühren fördern die Eliten
Dank der Studiengebühren müssen noch erheblich mehr Studenten arbeiten als vorher.
In der Praxis bedeutet das doch wohl, dass sie gegen reiche Kinder benachteiligt werden.
Mit höheren Studiengebühren werden somit die heutigen Eliten eindeutig gefördert,
da deren Kinder im Regelfall wohl kaum für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen.
Schulisch erfolgreiche Kinder armer Eltern sind chancenlos gegen die reicher Eltern.
Und bereits hiermit fördert der Staat die Erhaltung der bestehenden Strukturen.
Kinder aus den unteren Schichten oder gar aus Migrantenfamilien sind chancenlos.
10.  Die Förderung des Mittelmaßes
Schwache Schüler sind mitzunehmen, soweit so gut. Und Starke bleiben ungefördert.
In den USA gehen schon lange diejenigen auf Privatschulen, die sich das leisten können.
Jeden nach seinen Fähigkeiten zu fördern, verlangt die Intelligenten besonders zu fördern.
Gerechtigkeit hingegen wird in Deutschland so verstanden, alle erreichen Mittelmaß.
Ausgenommen natürlich auch hier diejenigen, die diesem System entkommen können,
indem sie teuere Privatschulen, bezahlt von den vermögenden Eltern, besuchen.
11.  Der enge Hals der Sanduhr
Lachse müssen, bevor sie ablaichen, viele Stromschnellen und Sperren überwinden.
Nur die Besten planzen sich somit fort. Den Stromschnellen entspricht die Sanduhr.
Nur wer den engen Hals nach oben passieren konnte, gehört dann zu den Eliten.
85% der Dax-Top-Manager in Deutschland sind Abkömmlinge bestehender Eliten.
Da jede Elitengruppe jedoch im Verhältnis zur Masse immer außerordentlich klein ist,
sagt das doch schon alleine ganz klar aus, wie das System in der Praxis funktioniert.
12.  Sozial Ähnliche
Wer unsere Sprache spricht ist einer von uns. So funktioniert auch die Personalauswahl.
Immer positiv bewertet wird von den Entscheidern die gefühlte Gruppenzugehörigkeit.
Das voraussichtliche Können zu erkennen und zu gewichten ist jedoch anspruchsvoller.
In der Personalauswahl selektieren wir nach Verhaltens- und nicht nach Leistungseliten.
Der hochbegabte, leistungsorientierte Techniker aus einfachen Verhältnissen stammend,
muß schon Glück haben, wenn er eine Position erreicht, die Ingenieuren vorbehalten ist.
13.  Die Chemie stimmte
Ein Hund erkennt den anderen am Geruch. Hunde sind überwiegend erkenntnisblind.
Das bedeutet, dass sie sich eher über den Geruch als über andere Sinne orientieren.
Das verniedlichende Wort „Stallgeruch“ beschreibt Identisches in der Personalauswahl.
Und es geht ja nicht nur um die Auswahl. Das setzt sich auch später konsequent fort.
Gerne gefördert wird auch später derjenige, dem der Stallgeruch der Eliten anhaftet.
Blut ist dicker als Wasser. Verwandtschaft ist stets bedeutsamer als andere Bindungen.
Stallgeruch schlägt Leistung. Dress- und Verhaltenscodes führen somit zum Erfolg.
14.  Persönlichkeit und Auftreten
Die Geschliffenheit im Auftreten vermittelt Persönlichkeit und Durchsetzungskraft.
Gesellschaftlich ungeschliffene Menschen sind für Managementpositionen ungeeignet,
das ergibt sich schon daraus, dass Manager ihr Unternehmen nach außen vertreten.
Hochbegabte Leistungserbringer aus Arbeiterfamilien sind ungeschliffene Diamanten.
Ein Diamant entfaltet seine Strahlkraft erst, wenn er sorgfältig geschliffen wurde.
Diesen Schliff erhalten Kinder aus der Oberschicht während ihrer gesamten Kindheit.
Sie lernen wie man sich benimmt, wie man sich kleidet und auch wie man spricht.
Sie sind selbstsicher, weil sie nie in Situationen kamen, die persönliche Risiken bargen.
15.  Der Nachwuchs der Eliten verzichtet auf das Zweitbeste
Ihre Kleidung, ihre Accessoires vermitteln Eingeweihten ihren eigenen Status.
Sie verkehren natürlich in den richtigen Clubs und fahren die richtigen Autos.
Sie verfügen über erstklassiges Benehmen und eine überdurchschnittliche Kultur.
Wenn sie sich artikulieren, darf das gerne ein klein wenig versnobbt klingen.
Sie vergessen gerne, dass sie das, was sie für sich selbst in Anspruch nehmen,
weder erarbeitet haben noch hätten jemals aus eigener Kraft erarbeiten können.
16.  Sind Eliten Vorbild und geben sie Orientierung?
In England brachte sich so ziemlich die ganze Elite des Unterhauses in Mißkredit.
Viele hatten sich quer über alle Parteien als hemmungslose Raffzähne erwiesen.
Zur Elite gehören ja viele, die dem Volk Wasser predigen und selbst Wein trinken.
Aber auch in Deutschland beweisen sich einige aus den sogenannte Eliten als diesem
Anspruch wenig würdig. Die Herren Zumwinkel und Hartz seien beispielhaft erwähnt.
17.  Revoluzzer haben keine Chancen
Kein vorausdenkender Angehöriger der Elite wird überzeugte Revoluzzer fördern,
er würde sich ja hiermit sein eigenes Grab schaufeln. Revoluzzer sind zu verhindern.
In der Politik schafft keiner den Aufstieg, der sich nicht linientreu und loyal verhält.
Querdenker werden ganz schnell kaltgestellt. Siehe Friedrich Merz, der einst einzige
in der führenden CDU-Riege mit einer wirklich fundierten Wirtschaftskompetenz.
Der Adel und der Klerus, Brüder im Geiste, die sich Jahrhunderte gegenseitig stützten.

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