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|  Checkliste Chefs sind auch nur Menschen  |

1.  Der Pedant
Wer einen Pedanten als Chef hat, hat meist wenig Grund zur Freude.
Jeder Vorgang wird von diesem penibel nachgeprüft.
Jeder Zeitverbrauch wird kontrolliert und jede Unpünktlichkeit wird geahndet.
Nichts darf seiner Kontrolle entgleiten, diese panische Angst begleitet seinen Tag,
nur er weiß immer was zu tun und was stets richtig ist.
Wer seiner Intoleranz begegnen will, muss sehr sensibel und diplomatisch vorgehen,
denn seine Sichtweise überprüft der Pedant nur dann, wenn es gelingt, ihn zu verblüffen.
2.  Der Choleriker
Unter seiner Oberfläche brodelt es, der kleinste Anlass kann zur Eruption führen.
Er explodiert wie ein Vulkan und nach dem Ausbruch verblasst seine ganze Aggression.
In seinem Zornanfall ist der Choleriker unbarmherzig und mitleidlos zu jedermann.
Sein Ego schreit nach Vergeltung - er fühlt sich nur stark, wenn er andere einschüchtert.
Choleriker beurteilen sich als gutmütig, wobei sie oft Angst haben, ausgenutzt zu werden.
Wer einen Choleriker zum Chef hat, muss diesem deutlich entgegentreten,
dies sollte er allerdings erst dann tun, wenn dessen Wutausbruch abgeflaut ist.
3.  Der Negative
Der Miesepeter erkennt jede potenzielle Katastrophe und weist jeden penetrant darauf hin.
Sein Leben besteht aus einer Abfolge von großen und kleinen Unglücken.
Nie wird er ein Thema leichten Herzens beginnen, nie spontan oder optimistisch sein.
Er hat eine perfide Freude an allem, was schief geht.
Seine größte Sorge besteht darin, dass er nicht ernst genommen wird in seinen Nöten.
Wer einen Miesepeter als Chef hat, muss diesen mit dessen eigenen Waffen schlagen.
Befürchtet der einen Gewinneinbruch, hilft nur noch die Erwartung eines Konkurses.
Ist der Miesepeter daraufhin verunsichert, gewinnt man wenigstens eine Verschnaufpause.
4.  Der Jammerlappen
Der Jammerlappen hat es schwer, schwerer, am schwersten.
Sein Leben ist grau und trüb, dabei ist er selbstgerecht bis zur Nervigkeit.
Die schlimmste Ausprägung, das Opferlamm, zieht andere mit in ihren emotionalen Sumpf,
„du bist mein bester Freund" ist noch eine der geringsten Anforderungen.
Der Märtyrer lebt von der emotionalen Erpressung und psychologischen Foltermethoden.
Ihm kann man nur begegnen, indem man ihm resolut Eigenverantwortung abverlangt.
5.  Der Narziss
Jetzt komme ich, die Reihen schnell gelichtet, denn ich brauche Platz.
Sein Leben gleicht einem stetigen Ausrufezeichen er benötigt Anerkennung und Applaus.
Nach seiner Meinung ist der ideale Chef, der beste Stratege, Taktiker und Könner.
Er kann alles, weiß alles und irrt sich nie - und wenn doch - war es der Mitarbeiter.
Scheitert er in seinem Genie, entwickelt er sich schnell zum Jammerlappen.
Selbstdarstellern muss man die Möglichkeit zur Selbstdarstellung geben und zwar
so lange, bis es ihnen zu viel wird und sie gerne die Hilfe anderer in Anspruch nehmen.
6.  Der Wadenbeißer
Wenn er das Gefühl hat, andere ungestraft ins Bein beißen zu können,
vollzieht er dieses mit großem persönlichen Genuss.
Gelegentlich führt aber auch ein Zweikampf dazu, dass zwei sich gegenseitig eliminieren.
Physiker sprechen dann von einer negativen Interferenz,
wenn zwei Wellen aufeinander treffen, die sich gegenseitig auslöschen.
7.  Der Nicht-Chef
Manche Vorgesetzte wurden auch gegen ihren erklärten Willen zum „Chef" befördert.
Bei diesen besteht die Gefahr, dass sie nicht bereit sind Ihre Führungsrolle anzunehmen.
Manche solcher Führungskräfte reagieren auf alle Anforderungen extrem nachgiebig.
Sie möchten es allen recht machen und üben sich deshalb in der Quadratur des Kreises.
Einige kompensieren auch ihre Unsicherheit, indem sie außerordentlich autoritär agieren.
Besonders diejenigen die einst herausragende Spezialisten in ihrem Fachbereich waren,
klammern aus was nicht Fachthemen zum Inhalt hat. Sie klammern sich an die Fachebene.
8.  Der Nicht-Spezialist
Fast jeder Chef ist auch für Themen verantwortlich, die er nicht persönlich beherrscht.
Spezialisten beherrschen die Fachgebiete, für die ihr Chef die Verantwortung trägt.
Spezialisten sind deshalb dafür verantwortlich, dass ihr Chef nicht wegen ihnen strauchelt.
Kluge Spezialisten tragen ihrem Chef aus ihrem Spezialgebiet so vor, dass er es versteht.
Wer seinen Chef spüren lässt, dass er ihm bildungsmäßig oder geistig überlegen ist,
wird sich ziemlich schnell mit einem anderen Chef zurecht finden müssen.
Jeder Mitarbeiter sollte sich gemeinsam mit seinem Chef fachlich weiterentwickeln.
9.  Der Teamarbeiter
Beide profitieren, wenn der Mitarbeiter seinen Chef unterstützt und dieser ihn fördert.
Unterstützen Sie Ihren Chef in den Bereichen, in denen er auf Sie angewiesen ist.
Lassen Sie Ihren Chef wissen, in welchen Bereichen Sie gefördert werden möchten.
Versetzen Sie sich in die Situation Ihres Chefs, damit Sie seine Wünsche besser verstehen.
Überlegen Sie sich, was wohl der Chef Ihres Chefs von diesem als Leistung erwartet.
Machen Sie es sich bewusst, dass auch Ihr Chef auf Sie angewiesen ist.
10.  Der Unfehlbare
Auch die Chefs, die sich für unfehlbar halten, können irren.
Der kluge Mitarbeiter steuert seinen Chef behutsam auf dem richtigen Weg.
Nur wer von seinen eigenen Ideen überzeugt ist, kann auch seinen Chef überzeugen.
Chefs schätzen tüchtige Mitarbeiter nur so lange, wie sie ihnen nicht gefährlich werden.
Könner arbeiten deshalb ihren Chefs zu und überlassen dem Chef die Lorbeeren.
11.  Der launenhafte Vorgesetzte
Sie gehören zu der schlimmsten Spezies, da sie weder einschätzbar noch berechenbar sind.
Gelegentlich äußern sie selbst für erhebliche Fehler tiefstes menschliches Verständnis,
zu anderen Zeiten schreien sie ihre Mitarbeiter für die kleinsten Versäumnisse nieder.
Solche Menschen neigen überwiegend dazu, ständig ihren eigenen Vorteilen nachzujagen.
Mitarbeiter haben zu funktionieren. Basta. Ihre Mitarbeiter haben stets zu funktionieren.
12.  Chefs sind auch nur Menschen
Auch Chefs sind Menschen und möchten deshalb auch so behandelt werden.
Menschen haben Schwächen - gute Mitarbeiter gleichen die Schwächen ihrer Chefs aus.
Jeder Chef schätzt bestimmte Verhaltensweisen ebenso, wie er andere ablehnt.
Finden Sie heraus, was Ihr Chef schätzt und was ihn eher irritiert oder stört.
Chefs sind nur deshalb Chefs, weil sie andere Menschen führen.
13.  Strategien für geplagte Mitarbeiter
Tausende von Arbeitsstunden gehen verloren, da die Mitarbeiter ihren Frust ablassen müssen.
Schimpfen ist ein Ventil, das nur kurzfristig Erleichterung aber keine Lösung verschafft.
Umsichtige Strategen überlegen, was kann ich tun, um meinen Chef „glücklich" zu machen.
Wer dieses Prinzip verstanden hat und auch konsequent anwendet, bekommt Freiräume in
denen er das erledigen kann, was ihm wichtig erscheint und was dem Unternehmen nützt.
Manche Chefs haben ständig Angst, dass sie wichtige Vorgänge nicht erfahren und dass sie
selbst dadurch erheblich beschädigt werden, da sie ja meist ebenfalls berichtspflichtig sind.
Viele Chefs verstehen auch einfach nicht, was ihnen fachkompetente Mitarbeiter vortragen.
Ihre Entscheidungen treffen Sie dann ins Blaue hinein und sind deshalb höchst unsicher.
Tragen Sie deshalb immer in einer „Sprache" vor, die ihr Chef versteht und der er folgen kann.
Einigen Chefs sind auch zu autonome Mitarbeiter ein Gräuel. Sie wollen gefragt werden.
Schildern Sie Ihrem Chef niemals ein „Problem", ohne den Lösungsansatz zu definieren.
Es gibt Chefs, die gedanklich den Problemschilderer als das zu lösende Problem betrachten.
Raubtiere reagieren mit Angriff auf jede als Flucht empfundene Aktion und ebenso wenn
sie in die Enge getrieben werden. Auch Chefs müssen ihren Status schützen und verteidigen.
Lassen Sie Ihrem Chef also stets eine Chance zum Ausweichen und reizen Sie ihn nicht
zum Angriff, indem Sie unsicher oder noch schlimmer sogar schuldbeladen wirken.
14.  Machen Sie Ihren Chef glücklich
Nichts macht einen Chef glücklicher, als wenn er Mitarbeiter hat, die sein Leben so
gestalten, dass es sich problemlos vollzieht. Chefs möchten glänzen - nicht schuften.
Heben Sie die Kompetenz Ihres Chefs im Gespräch mit anderen besonders hervor.
Stellen Sie sich auf seinen Arbeitsstil ein - kommunizieren Sie in einer Sprache.
Bei einer gemeinsamen Wellenlänge vermeiden Sie viele Stolpersteine.
Überträgt Ihnen Ihr Chef zusätzliche Aufgaben, stellen Sie sich diesen engagiert.
Wer Projekte auch außerhalb der Routine gekonnt bewältigt, gewinnt an Bedeutung.
Unterstützen Sie Ihren Chef immer, wenn er von anderen in die Enge getrieben wird.
Helfen Sie ihm vor allem für Sie erkennbare Fallstricke frühzeitig zu erkennen, damit
er diese Gefahrstellen für seine eigene Entwicklung vermeiden oder umschiffen kann.
Zeigen Sie Ihrem Chef, dass Sie Substanz haben und kein „Wattebäuschen" sind.
Auch Chefs achten Stärke - manche fürchten solche sogar bei ihren Mitarbeitern.
Wer seinen eigenen Willen so beweist, dass sein Chef hierdurch nicht beschädigt wird,
gewinnt diesen im Regelfall dauerhaft für sich und wird häufig sogar besonders gefördert.
Wer seinem Chef erkennbar „nützt", bekommt somit eine eigenständige Position.
Und erweisen Sie Ihrem Chef den Respekt, der ihm aufgrund seiner Stellung gebührt.
15.  Der Fallschirm
Leider gibt es auch Chefs bei denen alles positive Wollen letztlich ins Leere läuft.
In diesem Falle haben Sie zwei Chancen, entweder Sie mutieren zu einem Duckmäuser,
oder Sie ziehen daraus die Konsequenzen in der Form, dass Sie notgedrungen kündigen.
Ich halte nichts von Ratschlägen, die angepasste Verhaltensweisen erfordern wie:
You can´t stop the waves - but you can learn do surf.
Wer zuviel „surft" verbiegt sich und verliert sein eigenes „Stehvermögen".
Mitarbeiter sollen ihrem Chef und den Unternehmensinteressen dienen.
Dies kann ihnen aber nur gelingen, wenn sie selbst einen festen Stand besitzen.
Ein fester eigener Stand erfordert, dass ich anderen Grenzen aufzeige, wenn nötig.
Wer sich als „Opfer" gebiert, wird zwangsläufig zu einem hilflosen Opfer werden.

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