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|  Checkliste Begrüßung, Anrede & Smalltalk  |

1.  Wer grüßt als Erster?
Grundsätzlich gilt, dass derjenige als erster grüßt, der den anderen zuerst sieht.
Das gilt auch für Vorgesetzte und Damen und ist somit „rangunabhängig".
Wer „nicht grüßt" verhält sich unhöflich. Ob Sie eher formell oder mehr
locker grüßen hängt von Ihrem Verhältnis zu der jeweiligen Person ab.
Die „Hand" bietet jedoch nicht derjenige an, der den anderen zuerst sieht,
sondern immer der Ranghöhere, also derjenige der in der Hierarchie höher steht.
2.  Vorstellung
Der Ranghöchste wird immer zuerst vorgestellt, bzw. begrüßt.
Also keinesfalls die ihn begleitende Assistentin, da Dame, zuerst.
Der Ranghöhere bietet gegebenenfalls auch den Händedruck an.
Kunden bzw. Gäste werden oft als ranghöher eingestuft auch wenn
dies hierarchisch nicht gegeben ist. Dies ist eine Höflichkeitsform.
3.  Anrede „Adeliger"
Die meisten „Ratgeber" zur Etikette werden von Menschen erstellt,
die entweder selbst „adelig" sind, oder sich diesen zugehörig fühlen.
Selbstverständlich wird deshalb empfohlen, die Frau Gräfin auch
adelsgerecht anzusprechen. Also: Gräfin Wüstenfeld.
Nicht erforderlich sind „von" und „zu" sowie „Frau" bzw. ggf. „Herr".
Adelstitel sind in Deutschland ausschließlich „Namensbestandteile".
4.  Anrede „Amtsträger"
Die meisten Amtsträger freuen sich natürlich, wenn sie mit ihrem Amtstitel
angesprochen werden, da dieses ja auch Unterwerfung signalisiert.
Bei hochgestellten „Würdenträgern" habe ich hierfür Verständnis.
Also „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin". „Sehr geehrter Herr Bundespräsident".
Falls Sie katholisch sind und an den lieben Gott glauben: „Eure Heiligkeit".
Alternativ: „Heiliger Vater". Damit ist allerdings stets nur der „Stellvertreter" gemeint.
Ob Sie Ihren Dorfbürgermeister aber als „Herr Bürgermeister" titulieren,
ist meines Erachtens doch auch eine Frage Ihrer Selbstachtung.
Das gilt ebenso für so „Würdenträger" wie die Damen und Herren Abgeordnete.
Gelegentlich fragt man sich sowieso, ob die Bezeichnung „Amtsträger"
nicht falsch ist, denn meistens ist es doch wohl so, dass nicht er das Amt trägt,
sondern vielmehr das Amt ihn, den „Amtsträger" trägt und ernährt.
5.  Namensgedächtnis
Wer Menschen an einem ungewohnten Ort trifft, kennt sicherlich das Problem,
die / den kenne ich genau, aber mir fällt gerade der Name nicht mehr ein.
Hier hilft ein kleiner Trick: Stellen Sie sich einfach selbst mit Namen vor.
Der andere wird dann wahrscheinlich seinen Namen ebenfalls nennen.
Funktioniert dies nicht, sollten Sie nach dem Namen fragen und sie / ihn
zum Ausgleich dann mehrfach auch mit dem Namen ansprechen.
6.  Smalltalk
Fragt Sie jemand: „Wie geht es Ihnen", interessiert er sich hierfür wahrscheinlich nicht.
Mit dieser Frage verbindet er lediglich das Ziel, mit Ihnen in einen Smalltalk zu treten.
Wer mittels Smalltalk einen anderen für sich einnehmen möchte,
überlässt weit überwiegend diesem das Reden.
Jeder stellt sich gerne selbst dar und keiner hört gerne endlosen Monologen zu.
Versuchen Sie auch niemals, den anderen mittels Smalltalk von Ihrer Weltsicht,
oder anderen Themen zu überzeugen, die Sie für diese Welt als bedeutend erachten.
Smalltalk ist reden über Unproblematisches, also Themen, die keinem wehtun,
wie das Wetter oder eine Theaterveranstaltung und ähnlich Bedeutsames mehr.
Sie sollten es allerdings vermeiden, über allzu Seichtes zu reden und unterlassen
Sie Witze über die Religion, Politik oder den Intimbereich.
7.  Smart Talk
Entspricht dem Smalltalk verfolgt aber noch stärker eine konkrete Zielsetzung.
Im Geschäftsleben sollte auch der „Smalltalk" nicht frei von Zielsetzungen sein,
aus diesem Grunde erscheint mir ein zielgerichtetes Gespräch immer sinnvoller.
Bei Veranstaltungen sind Menschen unsicher, wie sie ein solches Gespräch beginnen.
Strategen sondieren vorab, wer das dasselbe Problem mit einer Kontaktaufnahme hat.
Das können Sie einfach erkennen, wenn Sie darauf achten, wer ebenso einsam
abseits steht - und sich meist krampfhaft an seinem Glas „festhält".
Besser ist es natürlich, wenn Sie strategisch sondieren, welche Kontakte für Sie
und Ihre privaten oder geschäftlichen Belange interessant sein könnten.
Stellen Sie sich selbst immer zuerst vor. Guten Abend, mein Name ist „ ... ".
Da der andere sich ebenfalls vorstellen wird, sind Sie meistens bereits im Gespräch.
Bei Veranstaltungen könnten Sie das Gespräch mit dem Aufhänger beginnen,
„welches Thema interessiert Sie besonders". Stellen Sie hierbei stets offene Fragen,
die der andere nicht nur mit „ja" oder „nein" beantworten kann.
Bei Smart Talk kommt es sowohl auf die Inhalte als auch auf die Körpersprache an.
8.  Der Handkuss
Wer dem anderen die Hand küsst, unterwirft sich. Gleichgestellte „küssen" sich
niemals die Hand. Wer sich niederbeugt und die Lippen spitzt, ordnet sich unter.
Wer die Hand einer Frau küsst, zieht deren Hand nicht zu sich hoch, sondern
beugt sich zu der Hand hinunter. Vor dem Handkuss blickt er der Dame in die
Augen und danach ebenfalls. Wer eine Dame mit Handkuss begrüßt, darf die
anderen anwesenden Damen in seinem Begrüßungsritual nicht übergehen.
9.  Der Händedruck
Wer sich auf „gleicher Augenhöhe" befindet, reicht die Hand mit der ganzen Fläche.
Der Druck ist fest - ohne zu pressen und er dauert weder zu kurz noch zu lang.
Wer unsicher ist, gibt die Hand meist recht „lasch" und zudem häufig „feucht".
Ein „hohler" Händedruck kann „Mißtrauen" aber auch „Schüchternheit" signalisieren.
Mit weit ausgestrecktem Arm, grüßt derjenige, der seine „Distanz" wahren möchte.
Wer die Hand „von oben" gibt und die andere nach unten drückt, signalisiert Überlegenheit.
Seine Wertschätzung übermittelt, wer zudem eine Hand auf des anderen Handrücken legt.
Vertrauen und Wertschätzung signalisiert auch derjenige, der eine Hand auf den Unterarm
seines Partners legt und diese somit auf diese Weise leicht berührt.
10.  Die Dialekt‘iger
Ich weiß, dieses Wort gibt es nicht, deshalb war es höchste Zeit, dass ich es erfinde.
Dialekt‘iger sind Menschen, die nur ihre Muttersprache „schwätza", also beispielsweise
schwäbisch oder bayerisch, wobei letzteres ja noch einigermaßen angenehm klingt.
Schwäbische Dialekt‘iger sind mir allerdings ein Gräuel, aber manche lieben diese
Sprache ja, besonders die, die auch den unglaublichen Werbespruch gut finden:
„Mir könnet älles außer Hochdeutsch". Mit professioneller Beratung bekam ich es hin.
Langer Rede kurzer Sinn: Benützen Sie in Gesellschaft Ihr gepflegtes „Schriftdeutsch".
Und benützen Sie den Schwabenspruch nur so: „Wir können alles, auch Hochdeutsch".
Walter Serner, 1889 bis 1942 meinte: Beherrscht du mehrere Dialekte, so verbirg das.
Man erwirbt sie nur im Umgang mit dem niedern Volk.
Dass man mit diesem darum sich noch nicht gemein gemacht haben muss,
wird für unwahrscheinlich gehalten. Und das ist es auch.

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