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|  Checkliste Überlebensstrategien für Manager  |

1.  Wer Dich wirklich kennt, kennt leider auch Deine Schwächen
Wenn Du geschwiegen hättest, wärest Du ein Weiser geblieben. Ein kluges Sprichwort.
Sein Können und Wissen aufzuzeigen bedeutet, es für eine Beurteilung preiszugeben.
Wer sich bedeckt hält, wirkt immer klüger als der, der freimütig seine Meinung äußert.
An die Königin sind keine Fragen zu stellen. Sie spricht, andere dürfen nur antworten.
2.  Wenn Du Dich klar ausdrückt, bist Du überprüfbar
Arbeitsanweisungen dürfen nie präzise erteilt werden. Sie benötigen Interpretierbarkeit.
Rückfragen sind mit „fragendem Blick“ zu beantworten und auf diese Weise abzublocken.
Dieser Blick darf ausdrücken, dass Fragen hierzu die Unfähigkeit des Mitarbeiters belegen.
Gesprächsangebote zur Klärung noch offener Fragen dürfen niemals zu Terminen führen.
Wird die unpräzise erteilte Aufgabe fehlerhaft erledigt, ist der unfähige Mitarbeiter schuld.
Wurde sie korrekt erledigt, gebührt das Lob dem umsichtig agierenden Vorgesetzten alleine.
3.  Nur wer Deine tatsächliche Absicht kannte, kann Dich später damit nerven
Themen im Management wechseln. Ebenso wechseln Einstellungen zur Handhabung.
Nur wer seine Einschätzung nicht offen legt, kann diese auch jederzeit wieder ändern.
Wer seine Meinung häufiger wechselt, verunsichert darüber hinaus die Untergebenen.
Schon die schlauen, alten Indianer gingen in ihrer eignen Spur rückwärts, um zu täuschen.
4.  Deine Entscheidungen solltest Du niemals eindeutig treffen
Entscheidungen verantwortet der Entscheider, sofern man ihm diese so zuordnen kann.
Entscheidungen, die jedoch so getroffen wurden, dass ihre Durchführung Varianten zulässt,
führen bei Misslingen zur Abstrafung des Durchführenden, da dieser hierfür unfähig war.
5.  Delegiere stets das erwünschte Ergebnis und niemals den Weg dahin
Das erwartete Ergebnis lässt sich leicht formulieren, wenn man das WIE hierzu weglässt.
Das Wie verlangt zudem, dass man sich der Angelegenheit auch intensiver selbst widmet.
Wer diese Anstrengung unterlässt, spart Zeit, die er für clevere Strategien einsetzen kann.
Darüber hinaus ist es nie empfehlenswert, sich in unwichtigen Detail „festnageln“ zu lassen.
Das Risiko des Misslingens trägt somit ausschließlich der ausführende Mitarbeiter.
6.  Deine Aggressivität verschafft Dir überlebensnotwendige Schutzräume
Mitarbeiter, die ständig in Angst leben, dass sie niedergemacht werden, verhalten sich fügsam.
Fügsame trauen sich auch nicht, den Chef darauf hinzuweisen, dass er schuld sein könnte.
Es ist immer nützlich vor jeder Aktion schon vorab einen „Sündenbock“ bestimmt zu haben.
7.  Deine Launenhaftigkeit verschafft Dir umfassende zeitliche Freiräume
Launenhafte werden nicht gestört und schon gar nicht von ängstlichen Mitarbeitern.
Sekretärinnen warnen alle Abhängigen, dass „der Chef heute gar nicht gut drauf wäre“.
Und schon hat der genug Zeit, um sich in aller Ruhe weitere Gemeinheiten auszudenken.
Die Angst vor seiner Launenhaftigkeit verhindert ebenso, dass welche übermütig werden.
8.  Mit Deinem geheimnisvollen Verhalten schürst Du gezielt Ängste
Geheimnisvolles wird eher überschätzt. Offenkundiges wirkt oft nur recht banal.
Scheinbar weitreichende Beziehungen Geheimnisvoller wirken Angst einflößend.
Geheimnisvolle könnten etwas in petto haben, was ängstlichen Mitarbeitern schadet.
Geheimnisvolles ermöglicht auch eine geschickte, unauffällig platzierbare Intrige.
9.  Wenn Du Andere überforderst, verschaffst Du Dir Achtung
Wer Angst hat überfordert zu werden, oder es auch bereits ist, duckt sich nieder.
Mit der Angst vor Überforderung lassen sich für Abhängige herrliche Fallen stellen.
Dem Überforderten wird suggeriert, dass man von seiner Leistung enttäuscht wäre.
Ein anderer wäre damit schon längst fertig, aber man wollte ihm ja diese Chance geben.
10.  Mit Deiner Gönnerhaftigkeit vermittelst Du scheinbar Wohlwollen
Eine dem Mitarbeiter zudiktierte fehlerhafte Ausführung lässt sich noch weiter toppen,
indem man dem Mitarbeiter eine zweite Chance bis morgen früh um 8 Uhr einräumt.
Der Mitarbeiter wird das gönnerhaft Übermittelte schon so verstehen, wie es gemeint ist,
als eine handfeste Drohung, sofern am nächsten Morgen, die Erledigung nicht gemeldet wird.
11.  Deine Sprunghaftigkeit wird stets von wichtigsten Ereignissen erzwungen
Auch im Management ändern sich Einschätzungen und erfordern somit Meinungswechsel.
Falsch eingeschätzte Sachlagen erfordern intelligente Anweisungen, die das verschleiern.
Deine Prioritäten ändern sich nur deshalb stetig, da die geänderte Marktlage dies erfordert.
Auch Manager lernen dazu und die Meinung von vorgestern interessiert dann keinen mehr.
12.  Auf den Schultern Deiner Mitarbeiter kommst Du leichter noch höher
Wer seine Mitarbeiter verheizt, muss diese nicht mehr mühevoll unterwerfen.
Wer genug zu tun hat, schaut nicht mehr nach rechts und links und ist ränkefrei.
Die Arbeit von zweien, delegiert an einen, bringt auch Anerkennung von ganz oben.
Wer seine Leute „im Griff hat“ empfiehlt sich hiermit für höhere Managementweihen.
Je mehr Tote, umso mehr General. Das erfuhren wir doch schon vom alten Blücher.
13.  Dein Formalismus beweist Überlegenheit auch dort, wo Du nichts kannst
Wer selbst nicht formulieren kann, muss halt auf die Kommas seiner Mitarbeiter achten.
So kann er ihm selbst auf diesem Gebiete beweisen, dass er als Chef höher qualifiziert ist.
Der Chef vergibt die Schulnoten, der Mitarbeiter kuscht angstvoll vor weiteren Schikanen.
14.  Als geborener Fallensteller liebst Du den gemeinen Hinterhalt
Wer selbst genug Zeit hat, kann sich in Ruhe ausdenken, wie er anderen „Gruben“ gräbt.
Auch so lässt sich der Unterschied zwischen Chef und Mitarbeiter nachhaltig beweisen.
Der Mitarbeiter darf die Grube selbst graben, da er hierzu eine Arbeitsanweisung erhält.
Die ist so formuliert, dass sie unerfüllbar ist - und der Mitarbeiter sich somit selbst richtet.
15.  Wenn Du andere verunsicherst, gewinnst Du selbst mehr Sicherheit
Selbst offenkundige Tatsachen lassen sich so verdrehen, dass der Mitarbeitern „schleudert“.
Wird das noch mit ein klein wenig Lächerlichmachen gewürzt, hat der Chef schon gewonnen.
Kleingemachte Mitarbeiter lassen zukünftig gerne ihrem Chef die Lorbeeren für Erfolgreiches.
16.  Mehrdeutigkeiten verschaffen Dir notwendige Handlungsspielräume
Wer mehrdeutig formuliert, ist stets auf der Seite derjenigen, die im nachhinein Recht hatten.
Denn Anweisungen mehrdeutig Argumentierender können niemals eindeutig ausgelegt werden.
Aufgedeckte Widersprüche werden gekontert, indem der Mitarbeiter lächerlich gemacht wird.
Wer sich mehrdeutig ausdrückt, hält seine Mitarbeiter in einer fortgesetzten Verunsicherung.
17.  Halte andere auf Distanz und Du lebst fortan bequemer
Wer es geschafft hat als Schiedsrichter zu fungieren, ist Verantwortlichkeiten meistens los.
Schiedsrichter bewerten. Sie müssen nichts beweisen. Und ihre Entscheidung gilt immer.
Wer im „Olymp des Managers“, der obersten Etage angelangt ist, hat die beste Übersicht.
Aus seiner erhöhten Position kann er über das Wohl und Wehe Unterstellter entscheiden.
Nur Mächtige können es sich erlauben auf Distanz zu bleiben, da sie den erhöhten Schutz,
den die Gruppe allen gewöhnlichen Mitarbeitern bietet, für sich selbst nicht mehr benötigen.
18.  Mit geschickten Diffamierungen demütigst Du risikofrei Unbequeme
Unbequeme Mitarbeiter lassen sich am leichtesten über Diffamierungen isolieren.
Wer verbündet sich schon gerne mit einem Verlierer, dem „schwarzen Schaf“.
Wer in den Managerolymp gelangt ist, diffamiert gerne die „Ewiggestrigen“,
die nicht auf ihn die Treue geschworen haben, da sie ihrem Unternehmen dienen.
Entweder die gehen dann freiwillig, oder sie werden so lange gemobbt, bis sie kuschen.
19.  Deine vorsichtigen Zweifel entsprechen niemals einer üblen Nachrede
Andeutungen verbreiten sich schnell, da sie einen hohen Unterhaltungswert besitzen.
Mit jeder Wiederholung werden aus Andeutungen dann schnell unumstößliche Tatsachen.
Dem Verursacher der „Andeutung“ kann die üble Nachrede nicht mehr zugeordnet werden.
Mit wenig Aufwand und noch weniger Gefahr der Entdeckung werden andere geschädigt.
20.  Auch ein Informationsmonopol sichert effizient Deine Macht
Wer aus der Informationskette entfernt wird, wird sukzessive seines Einflusses beraubt.
Mächtige verlangen alle Informationen, die für sie im Geringsten nützlich sein könnten.
Zu diesen zählen auch pure Gerüchte, die gegen Kontrahenten gezielt einsetzbar sind.
Machthabende müssen immer mehr wissen, als diejenigen, die sie hierüber kontrollieren.
Wirksam ist es, wenn Informationen vor denen verschleiert werden, die sie benötigen.
Aufwändig erarbeitete Expertisen bleiben somit im Schreibtisch des Auftraggebenden.
21.  Selbst Erhaben wirst Du auch durch Autosuggestion
Wer ist die Schönste im ganzen Land? Wer sich jeden Tag sagt, dass er der „Größte“ ist,
wird irgendwann auch daran glauben. Die Macht der Autosuggestion ist längst bewiesen.
Der Glaube kann Berge versetzen - auch der Glaube an sich selbst lässt einen wachsen.
22.  Wenn Du Deine Macht bewahren willst, musst Du allgegenwärtig sein
Überlastete Mitarbeiter kommen nicht auf „dumme Gedanken“, sie sind fügsam.
Noch fügsamer lassen sie sich führen, wenn sie überraschend kontrolliert werden.
Der vorausschauende Chef hat immer Zeit und bestimmt den Ort des Geschehens.
Kein Mitarbeiter kann sich darauf einstellen. Die Mitarbeiter leben deshalb in Unruhe.
23.  Wenn Du alle gegeneinander ausspielst, sägen die nicht an Deinem Stuhl
Mit Umbesetzungen lassen sich Unbeugsame schnell an ihre niedrige Position erinnern.
Fehlende Rückmeldungen brechen auch demjenigen das Rückgrat, der gar keines mehr hat.
Unangenehme Aufgaben, die andere in deren Persönlichkeit verletzen, sind zu delegieren.
In „Ungnade“ bei dem Betroffenen fällt dann derjenige, der die Maßnahme ausführen muss.
24.  Auch wenn Du Deine Allmacht nur spielst, gewinnst Du echte Macht
Viele Chefs sind selbst Getriebene, geben sie diese Schwäche zu, verlieren sie ihre Macht.
Chefs tun deshalb immer so, als ob Entscheidungen ihrer Chefs von ihnen stammen würden.
Das ist wie in der Savanne, erkennt ein kleineres Raubtier, dass einer schwächelt, greift es an.
Machtlose wimmeln Entscheidungen gerne damit ab, dass diese so nicht darstellbar wären.
25.  Als Blockierer und Verhinderer beweist Du allen Deine Allmacht
Die notwendige Sache blockieren und die Verantwortung hierfür delegieren. Das ist es,
was manchen Chef so richtig seine Macht zu Lasten seines Untergebenen auskosten lässt.
26.  Die von Dir erzwungene Loyalität sichert Deine eigene Position ab
Chefs fordern uneingeschränkte Loyalität, nicht zum Unternehmen, sondern zu ihrer Person.
Der Eid ist auf den Anführer und nicht auf das Wohlergehen des Unternehmens zu leisten.
God save the Queen. Loyalität ist erzwingbar, indem man wenig Loyale schnell austauscht.
Das wirkt auch abschreckend für diejenigen, die dem Herrscher zu wenig „Loyalität“ zollen.
Eigene Mitarbeiter sind stets daran zu messen, ob sie sich auch stets personenloyal verhalten.
Die Loyalität zur gemeinsamen Verantwortung muss erst nachrangig sichergestellt werden.
27.  Auch Deine unbedeutendsten Geschenke fördern die Loyalität
Wer die Macht hat zu befördern, erlangt automatisch weitestgehend treue Vasallen.
Der Kampf ums „goldene Kalb“ hat auch heute noch den allerhöchsten Stellenwert.
Mit Versprechungen, die man ja nicht halten muss, erkauft man sich Gefolgsleute.
Schon der Platz neben dem Chef sichert eine bessere, da weitaus sicherere Position.
Keinesfalls darf jedoch der Stärkste „erhoben“ werden, das könnte gefährlich werden.
28.  Der Erhalt Deiner Popularität erfordert ein entsprechendes Image
Eine PR-Abteilung leistet Wunder in der Imagewerbung für einen Manager oder Politiker.
Aus Schwächen werden Stärken. Wer nicht reden kann, denkt halt stets sorgfältig nach.
Wichtig ist, dass der Kapitän beeindruckend und alles überragend auf der „Brücke“ steht,
Mitarbeiter sollen arbeiten. Der Chef präsentiert und darf deshalb gerne auch eitel sein.
Das gilt für sein Outfit, seine beeindruckende Büroausstattung und seine hübsche Sekretärin.
Kleider machen Leute. Auch bei den Chefs, die nur ihr Westenanzug aufrecht stehen lässt.
29.  Dein stetes Misstrauen sichert Deinen dauerhaften Machterhalt
Wer nicht darauf achtet, ob einer sägt, wird tatsächlich in Kürze selbst „abgesägt“ sein.
Wird ein Mitarbeiter trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu mächtig, muss das korrigiert werden.
Entweder er wird so „wegbefördert“, dass er wegen weiterer Perspektivlosigkeit selbst geht,
oder er muss systematisch bei der nächsthöheren Etage in Misskredit gebracht werden.
30.  Deine Fehler entsprechen höchstens unvorhersehbaren Ungereimtheiten
Fehler machen nur die anderen. Selbst kämpft man tagtäglich mit vielen Ungereimtheiten.
An den Ungereimtheiten ist auch nicht der Anweisende, sondern stets der Mitarbeiter schuld.
Fehler sind zu Erfolgen umzudeuten, indem nur so das Schlimmste verhindert werden konnte.
31.  Wenn Du die Situation dramatisierst, erhöhst Du Dein eigenes Ansehen
Nur derjenige, der eine schwere Bürde trägt, geniesst das allerhöchste Ansehen,
wenn es ihm gelingt, seiner unvorstellbar großen Verantwortung gerecht zu werden.
Das gilt ebenso für Politiker. Je größer die von Managern verursachte Wirtschaftskrise,
umso gewaltiger die Leistung der fähigsten Politiker, die wir je hatten - siehe Wahljahr 2009.
Wer andere erniedrigt, erhöht sich selbst.

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