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|  Bewerben ist mehr als Handwerk  |

1.  Sich bewerben ist ein Handwerk
In dem Ratgeber für die Stellensuche einer bedeutenden Stiftung, die sich als
Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk versteht, steht in der
Einleitung, dass „sich bewerben ein Handwerk wäre“ - und das ist das Problem.
Schulungsinstitute schulen das, was für sie greifbar ist, aber das ist selten das
Wesentliche. Ein langjähriger Freund und erfahrener Schulungsunternehmer
schrieb vor einigen Jahrzehnten ein „Bewerbungshandbuch“, das von der
Bundesanstalt für Arbeit als „Sehr empfehlenswert“ ausgezeichnet wurde.
Er schickte es mir stolz zu. Natürlich führte ich mir das Buch zu Gemüte.
Es stand viel Richtiges drin, aber natürlich nur wenig von dem, was ich als das
Wesentliche bezeichne, denn das hätte wirkliches Insiderwissen erfordert.
2.  Handwerk ist Sichtwerk
Ein wirklich guter Handwerker ist für mich soviel wert wie ein hochgeistiger
Wissenschaftler - nur der eine arbeitet mit der Hand an Dingen, die er sieht,
der andere studiert, analysiert und bewertet vieles, was nicht sichtbar ist.
Bewerben ist schon zu einem Stück Handwerk, das ist aber nur ein Kriterium.
3.  Ihre Bewerbung bestimmt Ihren Lebenslauf
Eine handwerklich erstellte Bewerbung ohne vorhergehende Selbstreflexion,
die Ermittlung dessen, was Sie können und was Sie nicht können, mit Gedanken
über das, was Sie möchten oder nicht möchten, bleibt immer nur ein Stückwerk.
Ich habe in über drei Jahrzehnten viele tausend Bewerbungen in der Hand gehabt.
Die Sichtung auch hunderter Bewerbungen geht schnell, denn das ist Handwerk.
Wer hier Fehler macht, kommt natürlich erst gar nicht in die engere Auswahl.
Nur die wenigen Unterlagen, die ausgewählt wurden, werden tiefgehend analysiert
mit Fragen nach dem „woher“, „wo heute“ und „wohin voraussichtlich zukünftig“.
Aber auch der fähigste Beurteiler erkennt vorwiegend nur das, was Sie ihm zeigen.
Er folgt wie ein Fährtenleser Ihrer erkennbaren Spur und er versucht zudem
wie ein Fährtenleser zu erahnen, was Sie sich wünschen, wie Sie wirklich denken
und wie Sie deshalb voraussichtlich auf Ihrem weiteren Lebensweg handeln werden.
Bewerben ist Zukunft. Ihre Zukunft, denn begangene Fehler baden letztlich Sie aus.
4.  Erfahrungswissen für Sie
Zwanzig Jahre suchte ich im Executive Search Führungskräfte und Spezialisten.
Davor betreute ich als Personalleiter und Mitglied der Geschäftsleitung natürlich
auch Mitarbeiter unterhalb dieser Ebene. Es spielt beim „Bewerben“ keine allzu
große Rolle, ob Sie am Beginn Ihrer Laufbahn stehen. Ob Sie Abiturient oder
Absolvent sind. Die Mechanismen sind stets dieselben. Ihr Lebenslauf ist dann
naturgemäß halt etwas kürzer. Auch in den Feinheiten, ob ich mich als Mann
oder Frau bewerbe, gibt es keine gravierenden Unterschiede. Frau muss also
nicht Mann lernen, da die Rekruter diese Unterschiede ja sehr wohl kennen.
5.  Sie müssen die See kennen
Wer hinaus will in die offene See sollte natürlich schon wissen, ob sein Kanu
hochseetüchtig ist. Aber mindestens ebenso überlebenswichtig für ihn ist,
daß er das Meer kennt. Wie verhält er sich bei Sturm, bei einem Orkan?
Was passiert bei Windstille und wie wirken sich Strömungen in der Luft und
im Wasser auf sein Boot und ihn aus. Das Bedienen eines Bootes ist Handwerk.
Aber das ist ja nicht das Ziel. Sie wollen die Stelle erhalten, die sie begehren.
In diesem „Bewerbungshandbuch“ schildere ich Ihnen meine Erfahrungen und
meine Erkenntnisse aus einigen Jahrzehnten professioneller Mitarbeiterselektion.
Dazu gehört nicht nur Bewerben sondern auch das, was hierbei mit hineinspielt.
6.  Bewerbungsfachleute
Führende Bewerbungsratgeber las ich vertieft, als ich dieses Handbuch schrieb.
Der beschriebene Aufbau der Bewerbungsunterlage ist überwiegend praxisgerecht.
Nur, wenn jemand erfolgreich Fischen gehen will, nützt es ihm nur wenig, wenn
er sich in der Farbwahl der Angelruten auskennt, da sollte er schon mehr wissen.
Es kommt auf das Verhalten der beteiligten Parteien an. Das ist viel bedeutsamer.
Es gibt Raub- und Friedfische. Und unter diesen Arten jeweils viele Unterarten.
Der Wurm muss dem Fisch schmecken. Wie wahr, aber welcher Wurm schmeckt?
Hübsch gestylte Bewerbungen, erinnern mich höchstens an bemalte Angelwürmer.
Das bringt es jedoch nicht, wie Ihnen jeder gerne berichten wird, der selbst angelt.
Fischen lernt man beim Fischer und Bewerben bei erfahrenen Personalfachleuten.
7.  Ihr Anschreiben
In diesem Bewerbungshandbuch finden Sie einige Muster. In den Handbüchern für
Bewerber sind die Musteranschreiben immer kommentiert. Die Kommentierung
nimmt meist viel mehr Raum ein, als das Anschreiben selbst. Davon halte ich nichts.
Es ist für Sie leichter nachvollziehbar, wenn Sie ein komplettes Originalschreiben
mit einem optimierten, unkommentierten Anschreiben vergleichen. Im Übrigen
können Sie den Wert eines Anschreibens leicht so definieren: Es sollte für Menschen,
die sehr viele Anschreiben lesen „müssen“, mühelos erkennbar sein, was Sie für
ein „Käpsele“ sind. Das Käpsele (schwäbisch) bezieht sich auf die Anforderungen.
8.  Der Lebenslauf
Schön, wenn in Ratgebern zwanzig und mehr Lebensläufe stehen. Sie unterscheiden
sich allerdings meistens hauptsächlich in der Art der Darstellung. Mal schön,
mal weniger schön. Entscheidend ist aber die Lesbarkeit und die Verständlichkeit.
Es interessiert doch keinen Fisch, ob die Farbe Ihrer Angelrute rot oder grün ist.
Ebensowenig interessiert es den Personalmanager, ob Sie sich künstlerisch besonders
angestrengt haben, zumindest dann nicht, wenn Sie sich für einen „Job“ bewerben,
der solches nicht verlangt. Angemessenes wird verlangt und immer Beurteilbares.
Die Form folgt der Funktion. Das gilt für erfolgreiche Bewerbungen ganz besonders.
9.  Die Gimmicks
Englische Herrenschneider werden Ihnen sagen, dass ein Gentlemen dann gut
gekleidet ist, wenn man seinen Anzug nicht bewußt registriert. Auffallende Dandys
genügen diesem Anspruch somit niemals. Dasselbe gilt doch auch für Bewerbungen.
Perfekt sein, ohne durch Grelles unangenehm aufzufallen. Wertigkeit ohne Gimmicks.
Das erreichen Sie nicht durch „nur“ Teures. Teures entspricht „Porsche statt Können“.
Wertigkeit ist Können bezogen auf die vom Unternehmen gestellten Anforderungen.
Rekruter beurteilen Sie aufgrund Ihrer Bewerbung. Wenn Sie die überzeugen wollen,
sollten Sie schon verstehen, wie diese „ticken“. Sie sollten zudem eine Ahnung von
der Komplexität eines Unternehmens besitzen. Menschen handeln nicht einfach nur so.
Menschliches Handeln basiert auf Wünschen, vieles auch auf unbewussten Wünschen.
Deshalb finden Sie in diesem Bewerbungshandbuch mehr, als nur „das Bewerben“.
10.  Suchen Sie sich einen Ratgeber
Die meisten Menschen sind bereit, viel Geld für wenig nützliche Dinge auszugeben.
Man benötigt Statussymbole, damit man nicht gegen andere ins Hintertreffen gerät.
Besonders junge Menschen, die in ihrer Karriere starten, wissen nichts über das,
was sie in ihrer Berufslaufbahn wirklich erwartet. In Ihrem Berufsleben werden sie
mit Fragestellungen konfrontiert, die Weichenstellungen für ihre Zukunft bedeuten.
11.  Wie kommen Sie zu einem kostenlosen Ratgeber
Indem Sie die Augen offenhalten. Es gibt unter den Menschen, die Sie gut kennen,
mit großer Sicherheit welche, die Ihnen uneigennützig mit Rat und Tat helfen würden
vorausgesetzt, Sie würden diese um Ratschläge bitten. Viele Vorgesetzte bieten sich
Ihnen als wohlwollende Ratgeber nicht nur für die Zeit an, in der Sie für diese arbeiten.
Ein Kontakt zu solchen Vorgesetzten kann für Ihr weiteres Leben entscheidend sein,
selbst dann, wenn er oder Sie das Unternehmen schon längstens verlassen hat.
Auch viele sehr erfahrene Menschen, die in den Ruhestand verabschiedet wurden,
freuen sich, wenn ihr Ratschlag wichtig ist, wenn sie selbst wieder bedeutsam sind.
12.  Literatur
Politiker blicken ja besonders gerne auf ihre Erfolge während ihrer aktiven Zeit zurück.
Solche Lebenserfahrungen nützen Ihnen nur im Ausnahmefalle, da meistens verbrämt.
Für Wirtschaftsgrößen gilt eine hierzu durchaus identische Aussage. Im Nachhinein
verklärt sich auch vieles in deren Leben. Sie erfahren somit wenig für Sie Relevantes.
Eine größere Anzahl von Hochleistungssportlern kann Sie lehren, wie man durchhält,
auch wenn die Situation auswegslos scheint und man dann letztlich doch triumphiert.
13.  Ratgeber, die Sie Geld kosten
Ein medizinischer Checkup ist teuer aber nützlich, wenn er durch Fachärzte erfolgt.
Eine Laufbahnbestimmung über einen professionellen Personalberater kostet auch Geld.
Diese Anlage in Ihre Zukunft wird sich jedoch langfristig für Sie mehr als rentieren.
Folge-Checkups können dann zeit- und kostensparend über das Telefon erfolgen.
Wenn ich heute am Beginn meiner Karriere stünde, würde ich mir mit Sicherheit
so einen Fachmann suchen, sofern mich nicht jemand kostenlos professionell berät.
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