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|  Interviewablauf  |

1.  Vorbereitung
Sie nehmen an Olympia - dem Wettkampf der Besten teil - und Sie wollen gewinnen.
Also bereiten Sie sich mental, in Ihrer körperlichen Verfassung und Ihrem Outfit vor.
Beziehen Sie auch Ihre Familie - besonders bei einem Wohnsitzwechsel - mit ein.
2.  Outfit
Eine nachlässige Kleidung führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Ausscheiden.
Sie sollten sich so kleiden, wie es in der angestrebten Position von Ihnen erwartet wird.
Wählen Sie nur Accessoires aus, die nicht als „angeberisch“ bewertet werden können.
3.  Anreise
Fahren Sie so frühzeitig los, dass Sie mindestens eine halbe Stunde zu früh eintreffen.
Es soll Spitzenverkäufer geben, die auf der Anreise singen, um sich einzustimmen.
Parken Sie Ihr Fahrzeug und orientieren Sie sich erst einmal in aller Ruhe.
Betreten Sie 10 Minuten vor dem Termin den Empfang und melden Sie sich an.
4.  Empfang
Begrüßen Sie die Sie abholende Sekretärin und merken Sie sich deren Namen.
Sprechen Sie die Sekretärin mit Namen an und behandeln Sie sie zuvorkommend.
5.  Raucher
Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Rauchen die Denkleistung negativ beeinflusst.
In den Führungsetagen wird überwiegend nicht geraucht, tragen Sie dem Rechnung.
6.  Eröffnung
Ihre Gesprächspartner erwarten Sie zur Begrüßung am besten stehend.
Lassen Sie Ihr Jackett zumindest so lange geschlossen, bis Sie alle begrüßt haben.
Nehmen Sie erst Platz, wenn Ihre Gesprächspartner sich ebenfalls setzen.
Setzen Sie sich voll auf die Sitzfläche und nicht nur behutsam auf den Stuhlrand.
Notieren Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner entsprechend deren Sitzordnung.
Erwidern Sie Blickkontakte aber warten Sie ab, bis Sie angesprochen werden.
Wirken Sie gelassen aber höchst aufmerksam und natürlich besonders konzentriert.
7.  Gesprächsatmosphäre
Erfahrene Interviewer erzeugen erst eine entspannte, offene Gesprächsatmosphäre.
Dies kann durch Fragen erfolgen wie „hatten Sie eine angenehme Anreise“ etc.
Gelegentlich werden Sie aber bereits jetzt gefragt, „was wissen Sie über uns“.
8.  Interviewphasen
In den meisten Fällen stellt der Personalmanager zunächst das Unternehmen vor.
Danach könnten Sie gefragt werden, warum Sie sich für die Stelle beworben haben.
Anschließend werden Sie gebeten, Ihren Werdegang „kurz“ vorzustellen.
Unter „kurz“ verstehen die meisten Unternehmen eine Zeit von etwa 15 Minuten.
Danach erläutert der zukünftige Vorgesetzte die Schwerpunkte der Position.
Durch Fragen versucht er zudem Ihre Fachkompetenz hierzu abzugleichen.
Weitere Fragen gelten Ihrer sozialen Kompetenz sowie Ihrer Teamfähigkeit.
9.  Auswahlkriterien
Gleichgültig was die Interviewer Sie fragen, sie versuchen immer herauszufinden,
ob Sie zweckgerichtet gehandelt haben und dieses auch zutreffend darstellen können.
Zweckgerichtetes, logisches Handeln kann man nur bedingt erlernen oder trainieren.
Erwartet wird, dass Sie den „roten Faden“ in Ihrem Werdegang aufzeigen können.
Für Interviewer besonders interessant ist, wie Sie Konfliktsituationen bewältigt haben.
10.  Artikulation
Sprechen Sie deutlich und lebendig - ohne hierbei fordernd oder hyperaktiv zu wirken.
Vermeiden Sie möglichst Dialekt und tragen Sie stets sachlich und anschaulich vor.
11.  Lebenslauf
Wenn Sie Ihren Werdegang darstellen sollte dieses in den Zeiträumen präzise sein.
Beginnen Sie mit dem Schulabschluss oder Ihrer Ausbildung bzw. ab Ihrem Studium.
Vertiefen Sie Sachverhalte um so mehr, je weiter Sie in Ihrem Lebenslauf fortschreiten.
Gehen Sie auf Zwischenfragen zielgerichtet ein ohne den „roten Faden“ zu verlieren.
Begründen Sie Ihre Entscheidungen bei den wichtigsten Stationen und bei Brüchen.
Achten Sie hierbei auf Reaktionen der Anwesenden. Suchen Sie den Blickkontakt.
12.  Fachliche Kompetenz
Zeigen Sie Ihre fachliche Kompetenz besonders im Hinblick auf das Stellenprofil auf.
Beherrschen Sie einzelne Anforderungen nicht, nehmen Sie hierzu konkret Stellung
und erläutern Sie, wie Sie die fehlenden Kenntnisse rechtzeitig zu erwerben gedenken.
Bewerberinnen neigen häufig dazu ihre Kenntnisse unter den „Scheffel“ zu stellen.
Werden sie gefragt, ob sie sich eine bestimmte Stelle zutrauen, antworten sie:
„ich denke schon“, vielleicht“ oder „ich glaube es“ bzw. „ich könnte es mir vorstellen“.
13.  Soziale Kompetenz
Die Interviewer beobachten, ob Sie sich verständlich machen und überzeugen können.
Sie prüfen, ob Sie gruppendynamische Prozesse erkennen und selbst zuhören können.
Sie interessiert natürlich besonders, wie Sie sich in einer Gruppe zurechtfinden.
Inwieweit Sie sich auf andere einstellen können und wie Sie mit Konflikten umgehen.
Interessant ist für sie auch, ob Sie Ihre eigenen Grenzen und Möglichkeiten erkennen.
14.  Wechselmotivation
Verhalten Sie sich bei Fragen zu Ihrem Unternehmen gegenüber diesem loyal.
Für Interviewer besonders interessant ist die Frage, warum Sie wechseln möchten.
15.  Nonverbale Signale
Instinktiv erkennen wir, wenn Erzähltes nicht zu den nonverbalen Botschaften passt.
Nur bei Blickkontakt sind Sie selbst in der Lage nonverbale Signale aufzunehmen.
Ihre Gesprächspartner signalisieren Sympathie, Ablehnung oder auch Neutralität.
Blickkontakt im Sinne von Kontrollblicken ist Teil jeder erfolgreichen Gesprächsführung.
16.  Unwahrheiten
Wer die Unwahrheit sagt, kontrolliert meist seine Bewegungen sehr wachsam.
Kein Zucken soll ihn verraten, Hände und Füße hält er deshalb möglichst ruhig.
Seine Sitzhaltung ist verklemmt und er nimmt keinen Stellungswechsel mehr vor.
Geübte Lügner wissen, dass ihre Gebärdensprache einfriert und reagieren
deshalb mit einem besonderen Gestenreichtum, der wiederum auffallen kann.
17.  Abschließende Fragen
Überflüssig ist der noch abzuarbeitende Spickzettel mit Nebensächlichkeiten.
Fragen, die Sie stellen dürfen, sind ausschließlich inhaltlich in die Zukunft gerichtet.
Sie könnten langfristige Perspektiven in der besprochenen Position betreffen.
Erkundigen Sie sich im Erstgespräch auch nicht nach einer Arbeitsplatzbesichtigung.
Im Erstgespräch sollten Sie keinesfalls ungefragt über das Thema Vergütung sprechen.
Fast schon ein KO-Kriterium ist es, wenn Sie sich nach Sozialleistungen erkundigen.
18.  Reisekosten
Für Führungskräfte und hochkarätige Spezialisten niemals angebracht ist die Frage,
nach der Erstattung der Reisekosten zum Abschluss eines Vorstellungsgespräches.
Rechnen Sie Ihre Reisekosten erst nach Abschluss aller Gespräche geschlossen ab.
19.  Weiterführendes Interesse
Viele halten sich aus taktischen Gründen bei dieser Frage zunächst bedeckt.
Dies ist ein Fehler, denn hierdurch beeinflussen sie den Auswahlprozess negativ.
Äußern Sie deshalb Ihr Interesse an einer Weiterführung und bedanken Sie sich.
Könner bedanken sich zudem auch noch schriftlich für das Vorstellungsgespräch.
20.  Gesprächsabschluss
Selbst gestandene Manager haben sich hierbei noch aus dem Rennen „geschossen“,
indem sie fluchtartig erleichtert aufstanden und möglichst schnell das Weite suchten.
Sie sollten bei einer Verabschiedung Ihrem Gesprächspartner die Chance geben,
Sie optimal zu verabschieden und Sie gegebenfalls auch zum Ausgang zu begleiten.
21.  Verabschiedung
Ein Händedruck kann „abwehrend“ und „flüchtig“ und somit „vergänglich“ sein.
oder auch durch seine Dauer und Festigkeit signalisieren „wir sind ein Team“.
Eine Verabschiedung kann sehr schnell erfolgen oder sich zeitlich länger hinziehen,
da jeder noch ein verbindendes und somit ein vertrauensbildendes Wort sucht.
Sie können „fühlen“ wie Sie angekommen sind. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.

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