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|  Karrierekiller  |

1.  Die zehn größten Karrierekiller
Mit einer reißerischen Überschrift „verkaufen“ sich selbst Karrierekiller besser.
Letztlich spielt es doch gar keine große Rolle, ob jemand über die zehn größten
oder die zehn kleinsten der möglichen Fehler stolpert. Nur das Resultat zählt.
Im Rahmen Ihrer Karriere können Sie an vielem Unwägbaren scheitern.
Nur das Allerwenigste hiervon können Sie selbst entscheidend beeinflussen.
Insoweit lautet jeder vernünftige Rat zur Karriere: Bleiben Sie gelassen.
2.  Die Spielregeln bestimmen andere
Ihre Karriere gleicht einem Schachspiel. Und Sie sind lediglich eine Figur in diesem.
Ob Bauer, Läufer, Springer, Turm, Dame oder König, Ihre Möglichkeiten sind begrenzt.
Die beiden Schachspieler ziehen ihre Figuren entsprechend ihrem jeweiligen Können.
Ob Sie von einem Unfähigen oder nur strategisch geopfert werden, obliegt nicht Ihnen.
Auch Vorstände und Geschäftsführer dürfen nur innerhalb bestehender Regeln agieren.
Die Spielregeln werden von Kapitaleignern bestimmt, nur die sind weitgehend frei.
3.  Wählen Sie sorgfältig aus, wo Sie mitspielen möchten
Eröffnen Sie ein exklusives Modegeschäft in einem sozial schwachen Stadtviertel,
werden Sie diese falsche Standortwahl wahrscheinlich mit einer Pleite bezahlen.
Arbeiten Sie in einem für Sie unpassenden Umfeld, passiert Ihnen Vergleichbares.
Die richtige Standortwahl ist für Ihren Berufserfolg der entscheidende Parameter.
In einem zu Ihnen passenden Umfeld blühen Sie auf, im falschen verkümmern Sie.
4.  Denker oder Macher?
Am besten ist es natürlich, wenn Sie ein denkender Macher sind. Aber ernsthaft:
Wechselt ein Denker in ein Unternehmen, das Macher bevorzugt, scheitert er.
Arbeitet ein Macher in einem Umfeld welches Denker benötigt, scheitert er ebenfalls.
Sie können dies beliebig erweitern. In vielen Unternehmen zählt die Durchsetzung.
Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter optimal zielorientiert, aber ohne Druck führen,
haben in solchen Unternehmen so gut wie keine Chance auf einen weiteren Aufstieg.
Geborene Militaristen wiederum scheitern bei einem mitarbeiterorientierten Stil.
Ihre Kultur sollte also der Kultur Ihres Arbeitgebers möglichst perfekt entsprechen.
5.  Unfähig ist stets der Schwächere
In der Probezeit werden Mitarbeiter entlassen, die nicht ins Umfeld passen.
Eine Entlassung kann sowohl persönliche als auch fachliche Gründe haben.
Nur, ehrlicher wäre das Eingeständnis einer fehlerhaften Mitarbeiterauswahl.
Stellenbesetzung funktioniert wie ein Puzzlespiel. Freie Felder werden besetzt.
Jedes neue Puzzlestück muss in den hierfür vorgesehenen freien Raum passen.
Und wer hat den Überblick über das Gesamtfeld? Sicher nicht der Bewerber.
Bewerber wirken in der Auswahl mit. Sie sollten deshalb immer ehrlich sein,
denn wenn es schiefgeht, sind sie es, die die Folgen fast alleine zu tragen haben.
6.  Peinlichkeiten vernichteten schon manche Karriere
Auf der Karriereleiter stolpert zuverlässig derjenige, der sich lächerlich macht.
Noch schlimmer für ihn, wenn sein Verhalten auch seinen Vorgesetzten düpiert.
Wer einem Vorgesetzten dessen „Gesicht“ nimmt, verliert nicht nur bei Asiaten.
Bewahren Sie Ihren Vorgesetzten möglichst vor Fehlern, falls Sie Risiken erkennen.
Wer seinen Chef in kritischen Situationen tapfer zu Seite steht, wird aufsteigen.
Wer triumphiert, weil er diesem Nichtskönner das von ganzem Herzen gönnt,
wird sich an seinem Triumph nicht allzulange frohen Herzens erfreuen können.
7.  Hochmut kommt (manchmal) vor dem Fall
Die Liste Hochmütiger, die als unbesiegbare Götter im Olymp thronen, ist lang.
Hochmut macht sich besonders gerne bei denjenigen breit, die abgesichert sind.
Wer auch im Falle seines selbstverschuldeten Scheiterns eine fürstliche Abfindung
von mehreren Millionen erhält, kann sich seinen Hochmut doch risikofrei leisten.
Natürlich stolpert gelegentlich auch ein Überflieger im unteren Führungsbereich.
Das passiert jedoch erst, wenn er sich bei seinen Vorgesetzten unbeliebt machte.
Spezialisten sind ja auch gerne „hochmütig“ und sie können sich das ebenfalls leisten,
da sie ihr hohes Spezialistentum anscheinend im Unternehmen unersetzbar macht.
8.  Unzufriedene machen selten Karriere
Das nicht zu Ihnen passende Studium, die falsche Berufswahl, der verkehrte
Arbeitgeber, vieles macht unglücklich und beeinträchtigt dann die Karriere.
9.  Wer die Spielregeln verletzt, wird des Unternehmens verwiesen
In jedem Unternehmen gibt es Gesetze, die nicht gebrochen werden dürfen.
Am gefährlichsten für Neue sind aber meistens die „ungeschriebenen Gesetze“.
Dazu gehört an erster Stelle die Anpassung an die gepflegte Unternehmenskultur.
Diese kann die Kleiderordnung beinhalten, die Arbeitszeit und vieles andere mehr.
Neue Mitarbeiter sollten erst einmal sorgsam beobachten, bevor sie selbst agieren.
Und sie sollten sich nicht von anderen für Zweifelhaftes instrumentalisieren lassen.
10.  Wer stehenbleibt, fällt zurück
Oder, wie es Altkanzler Helmut Kohl formulierte: Die Karawane zieht weiter.
Wer zurückbleibt steigt entweder ab oder muss das Unternehmen verlassen.
Ingenieure, die sich nicht weiterbilden, entsprechen schnell nicht mehr dem
Stand der Technik. Bei den Kaufleuten geht das nur ein klein wenig langsamer.
Weiter- und Fortbildung in eigener Regie wird heute von jedermann erwartet.
Wenn Sie Ihr Unternehmen hierzu auffordert, wurden Sie bereits abgehängt.
11.  Ist Teamfähigkeit wirklich wichtig?
Ein Team benötigt verschiedene Charaktere. Natürlich auch Teamplayer.
Ein Team aus Teamplayern bringt allerdings oft nur recht wenig zustande.
Es braucht ebenso Menschen, die wenig teamorient nach vorne drängen.
Bequeme, Unbequeme, Kluge, Unbedachte, Macher und starke Könner.
Im Fußball besteht ein Team nicht nur aus gleichgeschalteten „Freunden“.
12.  Ist Bescheidenheit wirklich eine Zier?
Wer sich begeistert über sein eigenes Können stets lautstark lobt, nervt.
Und wer andere nervt, macht keine Karriere. Der wird dann ausgebremst.
Ein überragender Fleiß muss sich nicht negativ auf die Karriere auswirken.
Fleißige sollten sich allerdings selbst fragen, warum sie so gerne fleißig sind.
Schon manche Führungskraft, die aufgrund ihres Fleißes befördert wurde,
entwickelte sich zum unglücklichen Manager. Wer die Perfektion anstrebt,
kann sich eher als Spezialist verwirklichen. Hier darf er perfekt arbeiten.
13.  Auf brüchigem Eis ist Vorsicht geboten
Großwildjäger wissen, dass tote Großkatzen gefährlicher sind als lebende.
Schon mancher unvorsichtige Waidmann, der sich den finalen Schuss sparte,
fiel seiner mangelnden Vorsicht zum Opfer. Was können Sie hieraus lernen?
In jedem Unternehmen findet ein permanenter Kampf statt. Das ist Evolution.
Die Starken überleben und steigen auf. Unvorsichtige fallen ihnen zum Opfer.
Wer seinen Träumen vom schnellen Aufstieg zu früh Ausdruck verleiht,
stellt oft fest, dass aus diesen, dank neidischer Kollegen, Albträume wurden.
Auch wer zu offensichtlich zu den Großen im Unternehmen gehören möchte,
wird von diesen schnell zurechtgewiesen und wieder auf seinen Platz gestellt.
14.  Undank ist des Helfers Lohn
Alle Kollegen unterstützen ihn nach besten Kräften, den beliebten Aufsteiger.
Und dank der Kollegenhilfe erreicht er auch sein Ziel. Ab da ist er der Chef.
Wer das nicht sofort begreift, wird hart zurechtgewiesen. Autorität muss sein.
Alle Erfolge gehören ab sofort nur ihm. Mißerfolge delegiert er unverzüglich.
Die Revanche erfolgt schnell. Man lässt ihn ungerührt in „offene Messer“ laufen.
15.  Die Ungeduld treibt ihn voran
Nach Schwächen im Bewerbungsgespräch gefragt, hören Interviewer stets,
dass der Kandidat noch an seiner außerordentlichen Ungeduld arbeite müsse.
So werden, zumindest in seiner eigenen Vorstellung, aus Schwächen Stärken.
Ungeduld wird dann zum Fallstrick werden, wenn der Abgang des langjährigen
Vorgesetzten sich verzögert, wo doch der freiwerdende Stuhl schon im Visier ist.
16.  Das Internet als Karrierekiller
Im Internet findet sich bei jüngeren Menschen auch nicht Karriereförderndes.
Personalmanager haben wenig Zeit, sie werden eher selten hiernach fahnden.
Seien Sie nicht traurig, wenn Sie nicht in einem Unternehmen arbeiten dürfen,
indem die Schnüffelei schon beginnt, bevor Sie überhaupt angestellt wurden.
So entsteht niemals ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis das Bestand hat.

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