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|  Körpersprache  |

1.  Gefühle erzeugen Bewegungen
Wir entwickeln im Laufe unseres Lebens einen Blick für geringste Veränderungen
im Ausdruck, der Gestik, in der Haltung oder auch in der Körperbetonung anderer.
Jede seelische Bewegung ist eng verbunden mit einer körperlichen Bewegung.
Alle Bewegungen eines Menschen werden gesteuert von dessen individuellem Leitbild.
Unsere gefühlsmäßige Stimmung erzeugt Nervenströme, die auf 550 Muskeln wirken.
Unser Körper verrät wie wir uns fühlen, ob „wir vor Lachen bersten“ oder „vor
Weinen beben“, ob „wir vor Vergnügen hüpfen“ oder „vor verhaltenem Zorn zittern“.
2.  Schutzmechanismen
Jeder Mensch legt sich im Laufes seines Lebens eine zweite „Schutz“-Natur zu.
Gutmütige Menschen wirken so oft nach aussen besonders forsch und nasskalt.
Die Verhaltensänderungen dienen dazu, vorhandene Schwächen zu kaschieren.
Wenn ein Mensch ständig behauptet, dass er eine bestimmte Eigenschaft besitzt,
ist dies nicht selten ein unmittelbarer Hinweis zu einer besonderen Schwäche.
Beispiele hierfür sind „ich in meiner Bescheidenheit“, „ich bin ein Ehrenmann“.
3.  Der Kopf
Ein vollaufgerichteter Kopf vermittelt dem Gesprächspartner hohes Selbstwertgefühl.
Wer den „Kopf hochhält“ ist innerlich frei und hat nicht vor „diesen zu verlieren“.
Durch vereinzeltes oder auch andauerndes Kopfnicken signalisieren wir Zustimmung.
Mit einem zur Seite geneigten Kopf zeigen wir, dass wir auf eigene Aktivität verzichten.
Ein hängender, gesenkter Kopf signalisiert Willenlosigkeit, Unterwürfigkeit und Demut.
Ein gesenkter, gespannter Kopf mit zentriertem Blick verkündet Kampfbereitschaft.
4.  Das Gesicht
Jeder Ausdruck eines Gesichtes kann fast immer mehrdeutig bewertet werden.
Senkrechte Falten über der Nasenwurzel stehen für ein geistig fixiertes Wollen.
Senkrecht und waagrecht ineinanderfliessende Falten können dann auftreten,
wenn jemand verunsichert ist - beispielsweise bei Fragen, die ihn verwirren.
Ein Gesicht kann „süsslich“, „sauer“, „bitter“ oder auch „prüfend“ wirken.
5.  Die Augen
Die Augen vermitteln rund 80% aller Sinneseindrücke von der Aggression bis zur Liebe.
Ein Blick kann mehr bewirken als tausend Worte, er kann fesseln, begeistern und töten.
Blicke können sowohl Zustimmung als auch Missbehagen oder Ablehnung signalisieren.
In Verbindung mit einem Lächeln kann wortlos eine Einladung ausgesprochen werden.
Ein Auge kann tadeln, Vertrauen übermitteln, einen anstrahlen oder sich verschleiern.
Der Öffnungsgrad der Augen signalisiert Erstaunen, Freude, Neugier oder Begreifen.
Verengte Augen weisen auf hohe Konzentration oder auf eine Schutzmaßnahme hin.
Es kann aber auch Misstrauen, Lauern, sich bedroht fühlen oder Mißgunst bedeuten.
Wer schräg von oben über die Schultern hinwegblickt signalisiert Geringschätzung.
Ein stumpfes Auge mit einem offenem Mund lässt auf eine geistige Stumpfheit schließen.
Entscheidend für jegliche Interpretation eines Blickkontaktes ist auch dessen Dauer.
Ein zu langer Blickkontakt wird in den meisten Kulturkreisen als aggressiv empfunden.
Wer dem Aggressor entgegentreten will, wird dessen Blickkontakt erwidern und halten.
Starke Persönlichkeiten können Blickkontakt herstellen und / oder ihn halten.
6.  Der Mund
Hängende Mundwinkel können ein Zeichen für einen extremen Pessimisten sein.
Beim Lachen verzieht sich der Mund von offen bis hin zu verspannt und verklemmt.
Menschen lachen in vielen Formen - und „am Lachen erkennt man den Narren“.
7.  Die Schultern
Bis vor wenigen Jahrhunderten waren wir als Jäger und Krieger mit Speeren bewaffnet.
Um Waffen effizient führen zu können benötigten wir starke Arme und Schultern.
Auch die künstliche männliche Schulterverbreiterung geht auf dieses Wissen zurück.
Soldaten tragen Epauletten, da sie hierdurch erkennbar ihre Schulterlinie verbreitern
und manch ein Zivilist kaschiert seine „Schmalbrüstigkeit“ mittels des Jacketschnittes.
Kreuzen wir unsere Arme über der Brust, verschließen wir uns vor einem anderen.
Eine schlappe Haltung verträgt sich nicht mit einem gefestigten, sicheren Menschen.
Hochgezogene Schultern, bei einem leicht gekrümmten Rücken und einem angezogenen
Kinn entsprechen einer Schutzhaltung, wenn sich jemand von anderen bedroht fühlt.
8.  Die Arme
Mit unseren schlaff herunterhängenden Armen zeigen wir an, dass wir entspannt sind.
Durch das Hochreissen der Arme signalisieren wir Triumph und eigene Überlegenheit.
Das Heben der Arme lässt uns größer erscheinen und zelebriert einen hohen Rang.
Vorgestreckte Arme können Ablehnung, Abwehr oder sogar hohe Aggression bedeuten.
Ebenso können sie natürlich eine Umarmung einleiten oder jemanden herbeiwinken.
9.  Die Hände
Die männliche Hand ist ungefähr doppelt so stark wie die des schwachen Geschlechts.
Ein Händedruck wie ein Schraubstock signalisiert, ich packe zu und lasse nicht mehr los.
Für unsere Vorfahren waren starke Hände zum Führen von Waffen überlebenswichtig.
Hände schwitzen nicht - es sei denn, ein Mensch steht unter einem erheblichen Stress.
Durch Gestikulieren drücken Hände viele Gefühle, vom Flehen bis zur Abwehr, aus.
Die einzelnen Finger haben, je nach Kulturkreis, sehr unterschiedliche Bedeutungen.
Wer einen anderen zuerst berühren darf, signalisiert hiermit seine Überlegenheit.
Wer die Hand auf den Unterarm eines Mitmenschen legt, versucht ihn zu gewinnen.
10.  Die Brust
Die männliche Breitbrüstigkeit ist ein Signal für ein überragendes Luftvolumen.
Wem die Luft ausging, der unterlag im Kampfe ebenso wie bei der Jagd nach Beute.
Besonders breite Brüste sind somit auch ein Signal für attraktive männliche Partner.
Mit der „Hand aufs Herz“ signalisieren wir Loyalität und eine hohe Verbundenheit.
Ein aufgewölbter Brustkorb bedeutet eine starke Persönlichkeit oder Aufgeblasenheit.
11.  Der Rücken
Der Rücken ist die Körperregion die kontinuierlich am stärksten beansprucht wird.
Unsere aufrechte Haltung schwindet mit dem Alter und ebenso bei ständiger Angst.
Ein gekrümmter Rücken signalisiert auch eine anhaltende Niedergeschlagenheit.
Frustrationen und seelische Belastungen führen oft zu unerträglichen Rückenschmerzen.
Wer mit auf dem Rücken gekreuzten Händen daherschreitet signalisiert Überlegenheit.
Die Haltung eines mächtigen Mannes ist stets ein wenig aufrechter und selbstbewusster.
12.  Der Bauch
Ein dicker Bauch verlagert nicht nur den Schwerpunkt von Sumo-Ringern nach unten.
Hierdurch werden diese unbesiegbarer, da sie schwerer umgeworfen werden können.
Manche Frauen sehen dies bei ihren Männern allerdings erheblich unfreundlicher.
Wer sich bedroht fühlt, schützt seinen Bauch oft durch ein umfassen mit den Armen.
13.  Die Hüften
Stemmen wir unsere Hände in die Hüften, signalisieren wir eine starke Abwehrhaltung.
Oft wird hiermit auch eine hohe Autorität oder entschlossene Stimmung vermittelt.
Über die Hüften und die Art ihrer Betonung wird Geschlechterspezifisches übermittelt.
14.  Die Beine
Unsere Beinhaltung sagt sehr viel über unsere Stimmungslage und unser Befinden aus.
Ein breitbeiniger Stand zeigt das Bedürfnis nach der eigenen Selbstbehauptung.
Stehen die Füße etwa zwei Handbreit auseinander signalisiert dies Standfestigkeit.
Ein ständiges „nach oben wippen“ signalisiert eine aggressive, angriffslustige Einstellung.
Politiker, die von einem Bein aufs andere wippen, verkünden gerade „Standfestigkeit“.
Einfach zu erkennen ist das Stapfen eines müden, niedergeschlagenen Menschen oder
das Latschen eines Menschen, der sich mit der ihm zugeteilten Rolle abgefunden hat.
Selbstbewusste Menschen gehen, prominieren oder schreiten bis hin zum Stolzieren.
Wenig dominante Menschen neigen mit vorgebeugtem Oberkörper zum Trotten.
Manchen Menschen sieht man an, dass sie mit beiden Füßen im Leben verwurzelt sind.
Ungeduldig pochende Füße verraten uns viel über den Seelenzustand ihres Besitzers.
Geschlossene Beine deuten auf Ängstlichkeit und eine hohe Dienstbeflissenheit hin.
Übereinandergeschlagene Beine demonstrieren ein hohes Maß an Unbekümmertheit.
15.  Die Körpergröße
Große Menschen sind im Kampf schwerer zu besiegen als kleine Zeitgenossen.
Rückt ein großer Manager einem kleinem Kollegen zu dicht auf den Leib, weicht dieser.
Im Top-Management findet sich ein überragender Anteil an hochgewachsenen Menschen.
Viele von denen geben auch unumwunden zu, dass ihre Größe aufstiegsfördernd war.

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