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|  Vom Umgang mit sich selbst  |

1.  Schützen Sie Ihren guten Ruf
Mit einem sehr hohen Ansehen in der Gesellschaft schüchtern Sie Mitmenschen ein.
Der gute Ruf ist es, der Sie unantastbar macht. Keiner traut sich, über Sie herzufallen.
Verlieren Sie Ihren guten Ruf, werden Sie selbst zum Freiwild ausgewiesener Feiglinge.
Politiker untergraben ja gerne das Ansehen ihrer Gegner. Unterlassen Sie solches,
denn wer mit Schmutz auf andere wirft, macht sich ganz schnell selbst schmutzig.
Solches ist unter dem Niveau, das Sie auszeichnet. Menschen, die wir einschätzen,
beurteilen wir nach dem äußeren Anscheine, nach dem, was wir erkennen können.
Wir müssen in der Gesellschaft anderer Menschen leben und wir hängen somit von
diesen ab. Deshalb dürfen wir auch niemals die Pflege unseres Rufes vernachlässigen.
Wer über den Dingen steht, erwirbt schnell den Ruf der Arroganz, der Anmaßung.
Aber solches muss sich nicht nachteilig auswirken, denn es verschafft einen Nimbus.
Auch ein guter Ruf wird mit der Zeit langweilig. Erfinden Sie sich gelegentlich neu.
2.  Berechenbare sind manipulierbar
Ein Mensch ohne eigenen Standpunkt lässt sich von Meinungen anderer manipulieren.
Er pendelt hin und her. Keiner kann sich am ihn ausrichten. Er flackert im Mainstream.
Wer einen festen Standpunkt besitzt, und diesen dann auch noch vorbehaltslos äußert,
läuft jedoch Gefahr, dass er für andere zu berechenbar und so zur leichten Beute wird.
Hilfsbereit zu sein, ohne Nähe zu suchen, Berechenbar in vielem, jedoch nicht in allem,
verschafft Ihnen sowohl Sympathien als auch die notwendigen Bewegungsfreiräume
3.  Die Erwartungshaltungen anderer formen Sie
Jeder hat Erwartungen an Sie. Kinder fordern den lieben Papi, der Zeit für sie hat.
Ihre Freunde erwarten den prima Kumpel, der ihnen uneigennützig jederzeit hilft.
Ihre Frau sieht Sie als den idealen Lebenspartner, und auch diesen Ansprüchen müssen
Sie gerecht werden, so wenig vollkommen Sie sich auch gelegentlich fühlen mögen.
Sie spielen die Rolle, in der Sie Ihre Mitmenschen sehen. Sie sollten deshalb Ihr Bild
gelegentlich einmal verändern, indem Sie es umformen, so hält das alle in Spannung.
Sie müssen dabei ja nicht gleich zu einem gewieften, skrupellosen Hochstapler mutieren.
Das Beispiel erfolgreicher Hochstapler zeigt uns jedoch, welche Manipulationskünste
möglich sind, wenn die Menschen an einen glauben und sich so leicht täuschen lassen.
4.  An Ihren Taten sollt ihr sie messen
Der Maulheld, wer kennt solche nicht? Beim Sportfischer werden die Fische stetig größer
und der Taucher befriedete den menschenfressenden Tigerhai allein mit gutem Zureden.
Den selbst erzählten Heldentaten begegnen wir mit gesundem Misstrauen, zu oft schon
fühlten wir uns „auf den Arm genommen“. Machen Sie es so, wie die Wildwesthelden.
Lassen Sie andere Ihr Loblied singen, suchen Sie sich einen glaubwürdigen Chronisten.
Am besten für Sie ist es natürlich, wenn Ihr Chef in höchsten Tönen Ihr Können preist,
da man ihm keinen Eigennutz unterstellt. Nichtsdestoweniger erwartet auch er eine
Gegenleistung. Sie sollten deshalb auch seinen zukünftigen Erwartungen entsprechen.
5.  Meiden Sie die Glücklosen
Dicke Freunde färben ab, hat die Wissenschaft bewiesen. Sie werden selbst zunehmen.
Umgeben Sie sich mit den vom Leben Geschlagenen, werden Sie selbst schwermütig.
Joggen Sie mit den Besten. Nur so werden Sie schneller. Suchen Sie Ihre Freunde und
Bekannte unter den Menschen, die Sie privat und auch beruflich weiterbringen können.
Umgeben Sie sich mit heiteren, gelassenen Menschen, die nicht alles trüb und grau sehen.
Lassen Sie sich nicht in den Sumpf der unablässig Trübsalblasenden mit hinunterziehen.
Ein idealistischer Lebensmut und eine positive Grundeinstellung sind Voraussetzung dafür,
dass andere Menschen Ihre Gegenwart als angenehm und für sich als positiv empfinden.
6.  Zaudern Sie nicht zu lange, nehmen Sie Chancen wahr
Die Entscheidungen, die wir sehr lange vor uns herschieben, sind selten die Allerbesten.
Unser Bauch denkt mit. Natürlich sollten Sie nicht alles tun, was Ihr Bauch sich so denkt,
denn der peilt ziemlich grob über den Daumen. Trotzdem, das Bauchgefühl kann passen.
In den Jahrmillionen unserer Evolution überlebten ja nur die, die blitzschnell handelten.
Gute Chancen bekommt man ihm Leben nicht allzu oft. Sind sie da, muss man sie nutzen.
Sind Sie in einer Angelegenheit sehr unsicher, sollten Sie sich nicht hierfür entscheiden.
Haben Sie aber eine Entscheidung getroffen gilt „Augen zu und durch“. Halbherziges
lässt Sie auch dann Scheitern, wenn Sie mit Mut und Zuversicht gewonnen hätten.
Tatkraft kommt von Kraft. Von Zeit zu Zeit fühlen wir uns erschöpft und ausgebrannt,
dies wirkt sich auch auf unsere Handlungen aus. Wir fühlen uns viel zu kraftlos um
Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein. Hier empfiehlt sich dringend eine Auszeit.
7.  Spezialisten streben nach Perfektion
Das Manko vieler frisch aus dem Spezialistenstatus zu Führungskräften beförderten ist,
dass diese die gewohnte Perfektion und Zuverlässigkeit nicht plötzlich ablegen können.
Führungskräfte kämpfen tagtäglich mit Imponderabilien. Sie verfügen nicht über die Zeit,
alle „Wenn und Abers“ abzuwägen. Sie entscheiden aufgrund unsicherer Informationen.
Aber auch für Spezialisten gibt es einen Grad der Sorgfalt, der sich negativ auswirkt.
Die Informationstechnologie zeigt uns doch, dass es mit unfertigen Produkten auch geht.
Sie delegiert das Austesten der Hardware und Software an den frustrierten Anwender.
Die Unternehmen, die in dieser Branche zu sorgfältig arbeiten, bremsen sich selbst aus.
Sie nehmen am Fortschritt nicht teil und überleben deshalb nicht. „Time is money“.
Aber auch im menschlichen Miteinander ist zu perfekt vor allem kontraproduktiv.
Der Neid wenig Perfekter hat schon manchen, der zu perfekt arbeitete, ausgebremst.
Geben Sie ab und zu einige kleine Schwächen zu, das macht Sie doch erst menschlich.
Leisten Sie sich gelegentlich verzeihliche Fehler. Holen Sie sich Rat bei den Fehlbaren.
8.  Arbeiten Sie nicht im Schweiße Ihres Angesichtes
Leicht wie eine Feder schwingt sich der Trapezkünstler ohne Sicherung durch die Luft.
Er leistet schwerste Arbeit, aber niemand sieht das dem elegant fliegenden Athleten an.
Das Publikum klatscht begeistert. Sie anerkennen die Leistung. So möchten auch sie sein.
Und das ist Erfolgsgeheimnis derjenigen, die den Weg zu Spitzenleistungen bewältigten.
Es muss leicht aussehen, auch wenn es schwer fällt. Hochbegabte Mathematiker leben
mit ihren Formeln. Sie fliegen ihnen zu. Sie handhaben sie spielerisch, ohne Anspannung.
Den Fußballspieler, den Sportjournalisten als Helden von „einem anderen Stern“ titulieren,
agiert doch ebenso, andere spielen ihm den Ball zu, er schiesst nur fintenreich die Tore.
Auch hochbefähigte Spezialisten und effiziente Führungskräfte wirken unangestrengt.
Ihre Arbeit ist ihnen keine Last. Sie vermittelt ihnen täglich höchste Erfolgserlebnisse.
Wer unter seiner Arbeit stöhnt und ächzt, erinnert doch eher an einen armen Ochsen,
der fremdbestimmt den schweren Karren durch unwegsames Gelände ziehen muss.
Wie sehr Sie sich in schwierigen Projekten auch quälen mögen, es muss leicht aussehen.
Nur wer unangestrengt aussieht, wirkt auf die anderen souverän. Er hat alles im Griff.
Wer seine Arbeit stets frohgestimmt wahrnimmt, signalisiert so seiner Umgebung,
dass er noch große Leistungsreserven besitzt. So erkennen alle seine Überlegenheit.
9.  Planen Sie alles bis zum Ende
Keiner honoriert Ihren Fleiß. Andere interessiert doch nur, dass Sie das Ziel erreichen.
Der Weg ist das Ziel. Eine Aussage, die Konfuzius (551-479 v. Christus) so niemals traf.
Die bessere Interpretation ist wohl: Ich habe meinen Willen auf den Weg gerichtet.
Den Gedanken weitergeführt wird daraus, dass er das Ziel auch erreichen wollte.
Wer es nicht schafft, jammert doch über all die Widrigkeiten, die ihn davon abhielten.
Steine, die man ihm in den Weg warf. Schicksalschläge, die ihn aus der Bahn warfen.
Ohne vorherige Fahrtroutenbestimmung kommen Sie weder mit dem Auto noch mit
Ihrer Arbeit sicher zum Ziel. Planen Sie deshalb Projekte vorab immer vollständig durch.
Nur so sind Sie gewappnet, wenn unerwartete Störungen auftreten und können sich
an der festgelegten weiteren Route orientieren und vermeiden zeitfressende Umwege.
Mit Probehandeln legen Sie Handlungsmuster für eine erfolgreiche Realisierung fest.
Sie vermeiden somit auch die Häme, die zuverlässig folgt, wenn Sie unfähig waren
„über den Tellerrand hinauszudenken“ und deshalb eine veritable Bruchlandung hinlegten.
10.  Beschränken Sie sich auf das Erreichbare
Ehrgeizige Eltern wollen für ihre Kinder immer nur das Beste. 60% Gymnasiasten?
Wie soll das gehen. Die Intelligenz ist nicht upgradebar und auch der Fleiß ist limitiert.
Jeder Mensch hat Grenzen, die er nicht überschreiten kann, egal wie er sich anstrengt.
Natürlich erreichen die meisten ihre Grenzen niemals, denn das würde Kraft kosten.
Jeder wäre aber gerne ein Spitzensportler, aber bitte ohne sich hierfür plagen zu müssen.
Der Ehrgeiz treibt nicht wenige dazu, sich komplett in ihrer Persönlichkeit zu verbiegen.
Auf den Schleimspuren, die sie hinterlassen, können sich Nachfolgende die Beine brechen.
Aber es ist auch die Lebenszufriedenheit, die durch falschen Ehrgeiz beeinträchtigt wird.
So manch einer hadert so lange mit seinem Schicksal, bis er es nicht mehr ändern kann.
Sich beschränken können, das sollten wir wieder lernen. Nicht jeder kann Chef werden.
Und, ob das Leben so hoch oben an der Spitze so angenehm ist, erfahren Sie frühestens,
wenn Sie dort angelangt sind. So manch einer wäre dann gerne wieder weiter unten.
Führungskräfte erkaufen sich ihren Erfolg meist mit Verzicht auf Freizeit und Familie.
Die Familie muss diesen Verzicht frohen Herzens mittragen, denn sonst scheitern auch
die besten Ehen. Erkennen, was Sie nicht ändern können, das ist der erste Schritt zu
einem glücklichen Leben. Zuschauer haben mehr Spaß als die Gladiatoren in der Arena.

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