head.gif

|  Die Effizienz der Teamarbeit  |

1.  Wir, ein Volk der Teamplayer?
Teamplayer zeigen Eigenverantwortung und akzeptieren die Meinungen anderer.
Sie können zuhören, schenken Vertrauen und sind in ihrer Wesensart verbindlich.
Sie tolerieren Fehler, suchen den Konsens und hören auf die, die es besser wissen.
Sie akzeptieren begründete Kritik und sind zu kritischer Selbsteinschätzung fähig.
Sie verkraften Rückschläge ohne Schuldzuweisung und arbeiten jederzeit aktiv mit.
2.  Das Team muss bessere Ergebnisse als der Einzelne erbringen
Um den Nutzen der Teamarbeit zu beweisen, wird oft die Fußballmannschaft zitiert.
Hier erbringe das Team eine bessere Leistung als der Einzelne. Nicht erkennbar ist,
ob jeder der Spieler tatsächlich an seine Leistungsgrenze geht, respektive, ob er sich
doch lieber nicht vollständig verausgabt und lieber seine Sportsfreunde ackern lässt.
Beim Seilziehen ist die Einzelleistung besser erkennbar. Einige rammen ihre Absätze
tief in den Boden, wohingegen andere lediglich auf dem Boden zu stehen scheinen.
3.  Auch Erfolgsteams wechseln aus
Never change a winning team. Ein Weisheit, die im Sport zum Leitbild geadelt wurde.
Nur, jeder erfahrene Sporttrainer weiß, dass solches keinesfalls dauerhaft funktioniert.
Teams sind weiterzuentwickeln. Sie benötigen Impulse. Die Gegebenheiten ändern sich.
Statische Teams agieren und handeln zunehmend statisch. Sie verlieren sowohl im Sport
wie in Unternehmen. Kein Team gewinnt dauerhaft in der gleichen Zusammensetzung.
Erfolgsteams müssen sich an den kontinuierlich ändernden Anforderungen ausrichten.
4.  Unternehmen bestehen aus Menschen
Die Zeit der Einzelkämpfer sei vorbei. Menschen arbeiten heute in Gruppen und Teams.
Mehrere entspricht zunächst einmal lediglich Quantität. Die Schwächeren profitieren
von Teamarbeit, da ihre geringe Leistung im Teamergebnis nicht sichtbar gemacht wird.
Und, wie reagieren Könner, wenn das, was sie leisten, in der Gesamtleistung untergeht?
In vielen Teams treiben doch eher Einzelne die Arbeit voran. Viele schwimmen nur mit.
Oft machen Teammitarbeiter letztlich das, was sie ohne Team auch erledigen würden.
Der Teamverantwortliche muss als „Erster unter Gleichen“ ihm meist wenig bekannte
Menschen zu einem Team zusammenschweißen und Konflikte umgehend bereinigen.
5.  Das Team
Teams finden sich im Sport, sie bilden sich in Unternehmen und in Verwaltungen.
Und jeder versteht doch etwas anderes darunter. In Wirtschaftsunternehmen
sprechen wir von Projektteams, Problemlösungsteams und Entscheidungsteams.
Ferner Kreativitätsteams, Null-Fehler-Teams und der bewährten Gruppenarbeit.
Im Wesentlichen zeichnet sich Teamarbeit dadurch aus, dass mehrere Personen
eng miteinander zusammenarbeiten. Sie treffen sich in sogenannten Teambüros.
Sie halten sich an Spielregeln, die gemeinsam vereinbart und durch den Teammoderator
gefördert und strikt überwacht werden. Die Aufgaben werden auf die
Teammitglieder in gemeinsamer Abstimmung aufgeteilt. Und natürlich ist jedes
Teammitglied auch teamfähig, da das vorab ebenso geklärt wurde, wie die Frage,
ob der Betreffende zu den Befürwortern oder Gegnern der Teamarbeit gehört.
6.  Die Gruppenarbeit
Im Gegensatz zu den Teams stammen Gruppenmitglieder aus nur einem Bereich.
Die Gruppe wird geleitet von einem Gruppenleiter mit disziplinarischer Befugnis.
Er besitzt also nicht nur eine fachliche Weisungsbefugnis. Damit hat die Gruppe
nicht nur eine gemeinsame Aufgabe, sondern auch eine höhere Handlungs- und
Entscheidungskompetenz. Da die Gruppe meist schon lange zusammenarbeitet,
kennt der Gruppenleiter die Stärken und Schwächen jedes seiner Mitarbeiter.
Dementsprechend kann er die Aufgaben optimal an seine Mitarbeiter verteilen.
7.  Das Projektteam
Mehrere Mitarbeiter, meist aus unterschiedlichen Abteilungen, arbeiten für einen
befristeten Zeitraum zusammen, um bereichsübergreifende Themen zu bearbeiten.
So wird unterschiedliches Wissen und Erfahrungen für das Projektziel gebündelt.
Jeder der Mitarbeiter arbeitet an einer meist präzise definierten Teilaufgabe mit.
Es gibt einen Projektleiter, der die Arbeit koordiniert und die Einzelleistung überwacht.
Der schwierigste Part für viele Projektleiter ist ihre ständig geforderte Wachsamkeit.
Auf jede Störung müssen sie sofort reagieren. Das Team darf nicht behindert werden.
Da Projektteams vorwiegend aus unterschiedlichen Bereichen zusammengesetzt sind,
kommt hierzu noch ein hoher Abstimmungsaufwand mit den jeweiligen Vorgesetzten.
8.  Das Problemlösungsteam
Kommt es zu erheblichen Störungen, wird ein Problemlösungsteam eingesetzt.
Manche bezeichnen ein solches auch als „Task Force“. Ein Begriff der ursprünglich
aus der englischen Militärsprache stammt und einen Einsatzverband bezeichnet.
Auch die deutschen Behörden übernahmen diese krisenorientierte Definition
gerne für ihre Katastrophenschutzeinheiten. Es klingt auf jeden Fall bedeutsam.
9.  Das Entscheidungsteam
Trifft ein Team eine Entscheidung, so wäre diese bedachter und ausgewogener
als eine Einzelentscheidung. Das ist richtig. Allerdings wird sie auch wesentlich
stärker nach den vielen unterschiedlichen Einzelinteressen ausgerichtet sein.
Das ist der Grund, warum Entscheidungen unserer Regierung so verwässert sind.
Je nach Zusammensetzung sind die Interessen von Schwarz & Rot, oder wie jetzt
Schwarz & Gelb, inklusive deren jeweiligem Klientel unter einen Hut zu bringen.
Gerade bei Entscheidungen setzen sich starke Teammitglieder vehement durch.
Notfalls auch mit emotionalen und persönlichen Angriffen. Trifft eine Führungskraft
alleine eine Entscheidung, oder wird eine solche von einem kleinem Team,
wie durch den Vorstand getroffen, ist eine kurzfristige Korrektur meist möglich.
Je größer das Team ist und je unvertrauter untereinander die Teammitglieder sind,
umso schwieriger ist die Entscheidungsfindung und auch jegliche spätere Korrektur.
Die sofortige Reaktion auf unerwünschte Entwicklungen ist somit eingeschränkt.
10.  Die Teamleistung reduziert sich
In jedem Team agieren einige Mitglieder dynamisch. Sie sind die Bestimmenden.
Andere werden sich unbewusst oder auch bewusst zurückhalten. Der französische
Ingenieur Ringelmann experimentierte hierzu vor über 100 Jahren und stellte fest,
dass sich die Gruppenleistung gegenüber der Einzelleistung asymptotisch reduziert.
Menschen einer Gruppe, das gilt ebenso für die von ihm mit untersuchten Zugtieren,
leisten weniger als die Summierung aller Einzelleistungen hätte ergeben müssen.
Heute spricht man vom „sozialen Faulenzen“. Nach meinen Beobachtungen dürfte
noch viel entscheidender hierfür sein, dass sich die meisten Menschen ungern in
den Vordergrund spielen. Besonders die Bescheidenen meiden das „Rampenlicht“.
11.  Vorteile der Teamarbeit
Professionelle Teams steuern sich selbst. So reduziert sich der Kontrollaufwand.
Teams besitzen mehr Fachwissen und eine höhere Kompetenz als der Einzelne.
Sind kreative Prozesse erforderlich, führen unterschiedliche Mitarbeitertypen
zu besseren Ergebnissen. Das gilt auch hinsichtlich von Ideenfindungssystemen.
Der Informationsfluss untereinander und zu den jeweiligen Fachbereichen ist
erheblich besser und zudem auch gewährleistet. Das Problemverständnis des
Einzelnen verbessert sich, da er mehrere unterschiedliche Sichtweisen kennenlernt.
Die Teammitarbeiter fühlen sich stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden.
Der Einzelne bekommt einen besseren Einblick in die angestrebte Zielsetzung.
Mit den Teammitgliedern wird persönlich gesprochen, sie werden nicht lediglich
per E-Mail informiert. Die ideale Teamgröße von fünf bis sieben Mitarbeitern
hat sich seit Jahrhunderten beim Militär bewährt. Die relativ höchste Kampfkraft
entfaltet eine Gruppe von sieben Soldaten. Also, somit die klassische Teamgröße.
12.  Kritik an der Teamarbeit
Lean Management, ein Konzept, das Toyota für seine Automobilfertigung entwickelte,
um die Effizienz und Qualität in der Entwicklung und Produktion, unter Beachtung des
Kunden und der eigenen Wertschöpfung, zu optimieren. Inzwischen vielfach adaptiert
als Führungs- und Organisationskonzept zur Reduzierung einiger hierarchischer Ebenen.
Der Abteilungsleiter wird durch das Team ersetzt. Auch er ist jetzt ein Teammitarbeiter.
Wer ist nun im Team für die Durchsetzung des als negativ Empfundenen verantwortlich?
Das war früher Chefaufgabe. Wer in der Vergangenheit nur Fachaufgaben bearbeitete,
soll jetzt plötzlich verantwortlich agieren. Starke Teammitglieder drängen Schwache an
die Wand. Die Stärke kann auch durch das jeweilige Spezialistentum bestimmt werden.
Geübte Einzeldarsteller prallen aufeinander und bestimmen vorrangig die Spielregeln.
Nichtkommunikative gehen unter. Jede neue Teamzusammensetzung fängt bei „0“ an.
Das Team muss sich erst einmal finden. Regeln sind aufzustellen und zu überwachen.
Teamarbeit ist kostenträchtig. Sind mehrere für die Kosten „verantwortlich“ fühlt sich
letztlich doch keiner wirklich zuständig. Auch eingesetzte professionelle Moderatoren
kosten zumeist sehr viel Geld. Die Konfliktlösung in Teams ist wesentlich langwieriger,
als wenn ein Vorgesetzter sein Veto einlegt. Gegebenenfalls auch mit einem „Basta“.

Druckversion im -Format

zurück  |  Inhalt  |  weiter
| K | A | R | R | I | E | R | E | handbuch